Freitag, 31. Mai 2013

Bild Dir Deine Meinung..

Alles ist neu. Und aufregend.  Ich bin schon so gespannt den Strand zu sehen, der in den nächsten Monaten zu einem meiner Liblingsplätze hier werden sollte. Auch der Tata im Hintergrund hat gerade seine Hochphase und kann manchmal bis zu zehn oder sogar zwölf Volontären tragen!
Neugierig beschnuppern wir Muizenberg

Und natürlich erklimmen wir auch den Tabelmountain. Alle rauschen diesen abgeschnittenen Berg nach oben um dann auf dem Gipfel, der keiner ist, erst mal ein kleines Nickerchen einzulegen.

Das schöne ist, dass ich nicht nur die Touriseite Kapstadts besichtige, sondern auch das persönliche Leben der Einheimischen kennen lernen darf, wie in diesem Fall auf einem Geburtstag im Township Samorra Machel.

Und nach jedem Arbeitstag verwandelt sich unsere Farm in einen Urlaubsort, auf dem man entspannende Spaziergänge genießen und atemberaubende Sonnenuntergänge bestaunen kann.

Darüber hinaus werden auch die Wochenenden ab und an für Auflüge zu wunderschönen Orten genutzt. Hier sieht man uns in Camps Bay mit Blick auf den Lions head. Doch der Schein trügt: auf den ersten Blick sieht alles aus wie das Paradies, bis man realisiert, dass der Wind einem mit gefühlten 1000 km/h um die Ohren pfeift.

Doch das nehme ich gerne hin, wenn ich mit solch einem Panorama belohnt werde.

Ja und das ist quasi die umgekehrte Perspektive, vom Lionshead in Richtung Camps Bay. Ist doch auch ganz schön.
Genauso, wie das Gefühl, wenn man oben ankommt und sagen kann "Wir habens geschafft!". Also falls man das noch sagen kann. Zintle und Ann-Christin konntens, wenn auch keuchend.

Ich habe das mit dem Reden mal lieber gelassen, aber Manchmal sagt ein Blick aber auch mehr als tausend Worte.

Manchmal aber auch nicht: Nur wer richtig gute Augen hat, kann mich als kleines Kreuz auf der runden Spitze dieses Felsens sehen.

Und wer NOCH BESSER sehen kann findet hier vielleicht eine kleine grüne Kröte. Vielleicht auch nicht. Wer weiß.

Und wer dazu noch den ganzen Tag Karotten spachtelt findet hier vielleicht eine Spinne.
Man! Ich dachte ICH spinne, als ich dieses Monstrum beim Spülen vor mir bemerkte.

Sonnenuntergang. Wie jeden Abend.

Mekedi.
Stolz.
Mit MEINER Bohne.

Ein Imagefoto für unser Projekt.
In Wirklichkeit ist Abongile nicht soo sehr an Tomaten interessiert. Trotzdem ein netter Kerl, mit dem ich manchmal Sport zusammen mache: Surfen, Joggen, über Mathe diskutieren..

Ja und da ist mal wieder unser Farmhusky, der Gerade auf etwas zu Essen in Lailas Hand start, damit er die Ohren so schön aufrichtet, wie er es gerade tut.  Den füttere ich auch öfter. in letzter Zeit aber weniger, weil er irgendwie wirklich fett zu werden scheint. Und das, was er nicht bekommt gebe ich dann Sascha, seiner Ehefrau, die noch an der erst kurz zurück liegenden Geburt von fünf wunderschönen Welpen zu knabbern hat.

Naja.. also erst mal wird er grundiert.

Und das Projekt beginnt: Wir bekommen einen bunten Container.

Babalwa und Amanda helfen auch. Auch wenn die Geduldsspanne nicht sehr hoch ist und ich recht schnell sehr akribisch als Facilitator werden muss. Was den Spaßfaktor natürlich total drückt: "Adrian ist das jetzt endlich gut so? Können wir jetzt ENDLICH gehen?"

"Na gut macht halt. Aber dann geh ich auch. In den Urlaub!"

Mietauto (links), Rücksack (vor Auto), Schlafsack (halb-links), Zelt (rechts), Luftmatratze (vor Zelt), Luftpumpe (vorne-rechts), Strauch (hinter Zelt)...Vor dem Urlaub denke ich mir noch so: "So eine Luftmatratze wär ja schon der Hammer. Das gönnste Dir jetzt halt mal!" Gesagt getan und natürlich wird meine Freude noch ein wenig gesteigert, als ich bemerke das alle andern keine hatten und ehrlich neidisch werden als sie mich meine Beute auspacken sehen. Leider stellt sich schon in der ersten Nacht heraus, dass sie so unbequem ist, dass ich im Endeffet auf dem Boden schlafe. Eben so wie alle andern auch. Aber natürlich erst, nachdem  ich eine Weile vorgegeben habe ich hätte DIE Investition gemacht.. Und dadurch jeden Morgen mit Rückenschmerzen aufwache.



Aber das ist nicht weiter schlimm, wenn man dann solch entspannte Sitzecken wie diese hier im Backpacker Amapondo in Port St. Johns entspannen kann.

Und man neben südafrikanischen Rockstars frühstückt: Hinten Rechts sitzen Shadow Club!Eine meiner Lieblingsbands hier! https://soundcloud.com/shadowclub

Ja und dann gibt es da dort eben auch DIE Attraktion, einen Wasserfall, neben dem man einen elf-meter-Sprung ins Wasser wagen kann. Also machen wir uns auf den Weg und klettern ungefähr anderthalb Stunden durch dichten Jungel, der vor Spinnen und Abgründen nur so strotzt. Manchmal gibt es einen Weg, manchmal muss man auch über Rohre balancieren, die über doch recht ernst zu nehmenden Abgründe führen, weshalb der Backbacker einen Reiseleiter anbietet, den wir uns aber aus finanziellen Gründen lieber nicht leisten. Doch schließlich stoße ich bei diesem Anblick einen Jubelruf aus: "Leute, ich glaube wir sind da!". Aber danach: "Mh, das sind aber keine elf Meter, das kann noch nicht DER WASSERFALL sein." und wir Laufen weiter... Naja...                                                                                                                Er wars doch. Misst.

Auch das hier ist Port St. Johns und genau an diesem Strand wurde drei Tage, bevor wir hier ankommen jemand von einem Weißen Hai aufgefressen. In Brusthohem Wasser, schon ganz schön schockierend, weshalb wir uns nur noch die Knie nass machen. Eine Gruppe kleiner schwarzer Jungs macht eine Mutprobe: Wer traut sich weiter hinein?! Auf einmal sehe ich von weitem eine Finne auftauchen und näher kommen. Einer der Jungs ist zeimlich weit drinne. Ich schrei, winke, doch er hört micht nicht. Und dann ist er weg. Einfach verschwunden. Kleines Scherzele. Also die Mutprobe gabs schon.

Hier haben wir uns verirrt.

Aber schließlich finden wir das Blowhole doch. Dieses Loch an einer Klippe leitet das Wasser der Wellen so, dass es als horizontale Fontäne in die Höhe schießt. Es gibt auch Verrückte, die ihren Kopf vor diese Öffnung halten. Ich schau mir das ganze lieber nur an. Und pinkle hinein.

Und dann machen wir uns auf den steilen Rückweg, der eigentlich nicht so steil ist wie es hier den Eindruck macht. Aber schon steil!

Ja und dann ziehen wir weiter und gehen in Hogsback reiten. Ich hätte ja gedacht, dass das nichts für mich wäre, aber im Endeffekt macht gerade Galopp schon richtig Spaß!

Baden unter dem Sternenhimmel.

Und ein letztes Foto von unserer Urlaubsgruppe: Gabriel, Ich und Carola vor einem Wasserfall in Wilderness. "Diesmal haben wir ihn nicht verpasst!"

Wieder zurück in Kapstadt auf Pinkys Geburtstag. Von rechts nach links: Ann-Christin, Mvu, laila, Pinky, Brad Pitt.

Und die Party beginnt!

Oder ist schon vorbei: Carola, Matheo und ich beim bewundern den Sonnenaufgang.

Und Helene auch.

Gott, ich werd's wirklich vermissen.

Und dann war die Sonne auch schon zur Stelle, um unsere müden Gesichter zu verbergen.
Hier sind Ann-Christin, Gabriel und ich auf dem weg in ein verlängertes Wochenende in Betty's Bay.
Wo man EIGENTLICH gut Surfen kann, an diesem Wochenende aber die Welt untergeht, weshalb der Surf eher an einen unglaublich kalten Krieg erinnert, der auch nur eine halbe stunde dauert.



Und nach welchem wir uns schnell wieder in unserem schnuckeligen Backpacker einmummeln, wo es eine unglaublich gut eingerichtete Fernsehlounge und eine schöne Spieleecke gibt. So lässt sich auch das schlechte Wetter gut überbrücken.

Diesmal lass ich die Lutmatratze eingepackt, nicht nur weil sie unbequem ist, sondern weil uns der nette Herbergspapa eine kleine Hütte für den Campingpreis überlässt.



Von der aus man doch einen ganz schönen Blick hat.
Doch zu schnell ist das Wochenende vorbei und die Arbeit geht wieder los. Aber auch die lässt sich mit solchen Erträgen ganz gut aushalten. Hier mein ganzer Stolz als Gemüsvater. Fleischtomaten, die sogar gekommen sind, obwohl ich Grünschnabel sie vollkommen außerhalb der Saison gepflanzt habe. Und für zukünftig Fortgeschrittene: Die grünen werden schon noch rot. Als ich Ann-Christin eine probieren lassen (mit Salz un Pfeffer) fragt diese: "Mhh, Mit was hast Du die denn gewürzt?" Ich antworte: "Aber nein, liebe Ann-Christin, das ist doch der Eigengeschmack!". Sie antwortet: "Nein! Das kann doch wohl nicht wahr sein!". Man muss doch mal ein bisschen prahlen dürfen. Ahja, Hintergrundinfo: Man sieht auch unsere Küche, in der ich ein provisorisches Regal aufgestellt habe.



Ein Projekt mit unseren After-School-Care-Kids: Geldbeutel aus Milchtüten basteln. Und weil meiner mir aus dem Auto geklaut wurde habe auch ich mir einen gebaut. Natürlich aus einer genmanipulation-freien Sojamilchtüte! Ganz klar.
Mhh. Was soll ich sagen. Burnout.


Aber mit Kunsttherapie komme ich schnell wieder auf die Beine. Und mein kleiner Therapeut Thabisa Phelisa hilft mir natürlich auch dabei.

Genauso wie Florian, der uns die Aufgabe gibt einen Container zu gestalten.
Und sieht er inzwischen so aus!




Aber über diese hoffentlich künstlerischen Dinge hinaus helfe ich zur Zeit auch richtig viel an unserer  Holzwerkstatt, die gerade einen Toilettenanbau bekommen hat und jetzt von jeder nur erdenklichen Richtung gestrichen werden muss. Ansonsten wird das Gebäude gerade immer bewohnbarer. So sind jetzt schon alle Toiletten, Duschen und eine BADEWANNE eingebaut und wir Volontäre ziehen evt. bald um, damit unser Wohn-, Koch- und Schlafzimmer eine neue Decke bekommen kann. Denn die jetzige hat ein Loch und beherbergt nicht nur Mäuse und Ratten, sondern manchmal sogar Eulen.
Aber das ist eine andere Geschichte.



Alles liebe von hier Unten,


Adrian