Mittwoch, 19. Dezember 2012

5..4..3..2..1..Bungeee!



Der erste Urlaubstag hier ganz weit im Süden beginnt früh. Um 04:15 Uhr klingelt mein Wecker. Ich quäle mich nach 3 Stunden Schlaf aus dem Bett und treffe letzte Vorbereitungen, packe meine Tasche, richte mein Vesper, überlege mir, was mit meinen Avocados, dem reifen Spinat und den Radieschen während meiner Abwesenheit geschehen soll und viel zu schnell ist auch schon 05:15 Uhr.
Nun schlägt auch Ann-Christin unter schwerem Seufzen die Decke zurück um sich mit mir auf den Weg zum Busbahnhof zu machen.
Dort angekommen verabschieden wir uns und ich steige in das Gefährt, das ich die nächsten 8 Stunden nicht verlassen werde. Außer für gewisse dringende körperlich Bedürfnisse.
Doch die Fahrt ist interessanter als ich erwartet hätte: ich lerne einen Südafrikaner in meinem Alter kennen und er bringt mir einige Afrikaans-Schimpfworte bei, die ich später an diesem Tag noch benutzen sollte.
Aber auch die Landschaft ist wunderschön, denn ich fahre die ganze Zeit an der berühmten Garden-Route entlang und hier gibt es einiges zu sehen. Riesige grüne Wälder. Manchmal aus Tannen wie bei uns und ich stelle mir vor ich wäre wieder in DE. Manchmal ist alles aber auch einfach frisch grün und ich fühle mich wie in den Tropen, während sich Wellblechhütten an nasse grüne Hänge drängen. Wunderschön.
Und dann ist es soweit: ich komme an der Tankstelle an, an der ich mich mit Nina, Erik und Gabriel verabredet hatte. Sofort düsen wir weiter in Richtung Bloukrans, wo die Jungs an einem Gumiseil 216 m in die Tiefe springen wollen.
Rein aus Interesse frage ich, ob ich auch mitspringen könne. Doch meine Miturlauber verneinen: man müsse sich längere Zeit vorher anmelden. Na gut. Schade. Doch zu meinem Glück kommen wir viel zu spät und der nächste Sprung ist erst um 17:00 Uhr. Ich warte mit den anderen Plumsteadern auf den Sprung als Erik plötzlich ruft ich solle zur Anmeldung kommen, wo es plötzlich heißt: „Du wolltest doch auch springen, oder?“. Also gut: Durch die Weihnachtsgeschenke von Omi, Opa, meiner Tante Ute und meinen lieben Ellies habe ich eh keine Geldsorgen also.. Warum nicht? Aber so richtig realisiere ich noch nicht, was ich da gerade kaufe und also wir warten versuche ich diesen Zustand bei zu behalten.
Zur Beruhigung mache ich ein wenig Yoga und dann geht‘s auch schon auf zur Brücke. Ein Höllenweg liegt vor uns:  Die Gitter die unter der Brücke entlang zum Absprung führen wippen bei jedem Schritt und machen wegen des ganzen Rostes überhaupt keinen sicheren Eindruck. Ich schaue nur grade aus, weil ich auf keinen Fall sehen will, wie tief mein Fall sein wird.



Auf der Absprungplattform angekommen bekommen wir die Geschirre angelegt  und warten auf den allesbedeutenden Moment.

Viel zu schnell kommt er auch
und ich beobachte mich dabei, wie ich zu Absprungkante vor hopple. Natürlich schaue ich immer noch NICHT nach unten, als mir gesagt wird, dass der Fotograf noch nicht da ist.
Ich hopple zurück. Er kommt.
Ich hüpfe wieder vor.
Dann Zählen:
5..4..3..2..1..Bungeeee.
Ich Springe. Strecke die Arme und sehe 300 Meter Abgrund unter mir.

Ich Fliege.
Schreie.
Die Seele aus dem Leib.
Die intensivsten 4 Sekunden meines Lebens! Ach.. Du.. scheiße.




Als ein Mann in Kletterausrüstung meine Karabiner umhakt wird mir auf einmal doch sehr stark bewusst, dass ich immer noch in ungefähr 100 m Höhe hänge und mir wird kurz ein wenig mulmig. Doch bald schon bin ich wieder oben, immer noch total geflasht von diesem Adrenalintrip und fühle mich ein wie angetrunken und nun kann ich endlich die Flüche einsetzen, die ich morgens im Bus gelernt habe. Das wiederum finden die Guides ziemlich witzig.
Was für ein Erlebnis! Vor allem wenn ich mir überlege, dass ich heute morgen noch nicht mal wusste, was mich am Nachmittag erwarte würde.
Als wir abends in unserem Backpacker in Jeffreys Bay ankommen schaue ich nur noch ein wenig beim Pool spielen zu und verkrieche mich sehr bald in meinen kuscheligen Schlafsack.

Beim Einschlafen frage ich mich, was der Urlaub wohl noch so für mich bereit hält. Und freue mich schon jetzt auf was immer da kommen mag.



In diesem Sinne eine Gute Nacht,

Euer Adrian auf Reisen

Freitag, 14. Dezember 2012

06/12/12

Heute morgen wache ich auf und entschließe mich, gegen meinen Willen, dazu nochmal ins Bett zu gehen und doch länger zu schlafen. Anstatt um 6:45 Uhr stehe ich also um 9:15 Uhr auf, wobei auch das nur, weil ich vom Lärm, den Laila beim Aufstehen macht gezwungen werde meine Äuglein zu öffnen.
Darüber hinaus ist mein Schlummer sowieso nicht mehr allzu tief: eine Fliegeninvasion sucht zur Zeit Vulamasango heim und zu meinem Leid suchen sie sich oft mein Gesicht aus um sich darauf der kröperlichen Liebe zu widmen. Es ist richtig toll, davon geweckt zu werden, dass einem Fliegen auf der Backe vögeln!
Wie dem auch sei, schließlich ruft mich das Frühstück und davor eben gezwungener Maßen auch mein Yoga. Als ich mir gerade meine Teller fertig gerichtet habe sehe ich, dass im Office gerade ein Riesenbrunch seinen Anfang nimmt: ca. 8 Personen, darunter Sis Bongi (unsere Cheffin), ihr Sohn Mpumi, Mekedi, Zintle, ihre Tochter Thabi und Andreas und Angelika sitzen schon an langer Tafel und ich schließe mich dieser Gesellschaft an. Genauso wie Ann-Christin. Wir nehmen gemütlich unser Morgenmahl ein und Mpumi und ich albern ein wenig herum und erzählen uns anzügliche Witze.
→ „Kind kurz nach der Geburt zum Vater: fühlt sich das gut an?! Fühlt sich das gut an?!“ und es tippt dem Vater auf die Stirn. Ich antworte mit meinem berühmt-berüchtigten Nonnenwitz.

Und dann geht auf einmal ganz schnell ans Umziehen: Bongi hatte die letzte Nacht nur zum Übergang hier gewohnt, weil ihr neuer Vermieter sie noch nicht in die Wohnung gelassen hatte.
Also schleppen wir Karton um Karton in den Quantum und die beiden kleinen Chicos, bis alle drei voll sind. Letztendlich geht aber alles total schnell, weil wir wir so viele sind.
Dann ist erst mal warten angesagt die ich dazu nutze um mal wieder etwas zu essen. Außerdem müssen/dürfen wir drei Freiwilligen uns die ganze Zeit die Babbelei von Mpumi anhören, der doch ein sehr gesprächiger Teenager ist und uns die ganze Zeit auf Trab hält. Um ganz ehrlich zu sein: manchmal hasse ich ihn und manchmal liebe ich ihn. Kommt ganz drauf an in welcher Stimmung er gerade ist und ich gerade bin. Doch alles in allem auf jeden Fall ein Lieber.
Anschließend lese ich ein wenig in meinem tollen Buch mit wunderschönen Konfuzianischen Weisheiten. Endlich ist es da! Nach sieben Wochen Wartezeit ist das Health-Paket meiner lieben und fürsorglichen Ellies angekommen. Incredients: lebenswichtige Bettlektüre, die lebensrettende Alnatura-Zartbitter-Schokolade und vieles anderes ähnlich wichtiges!

Der Spruch, der mich dabei heute beeindruckt hat:

Ein Gefallen
muss nich groß sein.
Wichtig ist,
dass er zum rechten Zeitpunkt kommt.

Eine Freundschaft
muss nicht tief sein.
Wichtig ist,
dass sie nicht auf falscher Gunst beruht.


Nach dieser Ausgiebigen Pause geht’s weiter mit Einladen. Letztendlich vergeht der gesamte Tag unter diesem Wechselspiel aus Pause und Warten und Einladen.
In einer weiteren Pause kommen Laila, Mpumi und ich aber dazu ein paar Liedchen zu trällern und ein paar neue Songtexte auszudrucken. Wie immer sind auch dieses mal wieder zwei neue Ed Sheeran Songs dabei.
Als Mpumi uns gegen sechs verlässt habe ich aber trotzdem das Gefühl überhaupt nichts getan zu haben und so fange ich an mir kleinere Arbeiten zu suchen, die ich heute noch machen kann.
Also koche ich den Hunden mal wieder richtig viel gutes Futter, wasche unsere Fliegennetze und brate mir ein bisschen Knuspermüsli, dass ich genau in diesem Moment auch knuspere.
Und dann kommt plötzlich Andreas herein: Hallo! Wir sind zurück und würden in fünf min gerne zum Flughafen aufbrechen! Ohje, das hatte ich ja fast vergessen. Also lass ich alles stehen und liegen, schnappe mir den Autoschlüssel, meine Schuhe und eine Wegbeschreibung von Laila und ab geht die Post.
Auf der Fahrt werde ich ein wenig melancholisch. Irgenwie habe ich die beiden Berliner in unserer gemeinsamen Zusammenarbeit ganz schön ins Herz geschlossen und ich werde nicht nur ihre zahlreichen Hausfrauentips (z.B. Knuspermüsli, Mayonnaise und richtiges Brotbacken) vermissen.
Irgendwie ist es manchmal auch schwierig mit der allgemeinen Besuchersituation umzugehen: Ich lasse mich auf den Besuch wie die Hamburger, die uns beim Bau der Holzwerkstatt geholfen haben, oder jetzt eben Andreas und Angelika, ein und arbeite dann auch viel mit ihnen zusammen. Und nach drei wochen geht der Besuch wieder. Nur ich darf hier bleiben, was ich, keine Frage, total genieße und trotzdem macht mich der Abschied dann traurig.
Trotzdem: ich bereue es auf keinen Fall neuen Menschen gegenüber offen gewesen zu sein und werde mich auch in Zukunft wieder so offen geben. Und dass man am Ende ein wenig trauert ist glaube ich nur normal und gut. Auf jeden Fall haben mir die Beiden angeboten, ihnen immer zu schreiben, wenn ich Fragen zum Garten habe und das ist richtig super!
 

So und jetzt krabble ich in mein Bett unter dem wunderweißen Fliegennetz und freue mich darauf morgen früh, nicht von gewissen Aktivitäten gewisser Fliegen auf meinem Gesicht, sondern vom piepsen des Weckers in meinen Ohren geweckt zu werden.



Eine gute Nacht!

Adrian

P.S.: Unser Hupi!

 

Sonntag, 2. Dezember 2012

Andreas, Angelika und ich (stolz) hinter unserem neu angelegten Garten. Bisher haben wir gepflanzt: Kürbis, rote Beete, Möhren, Gurken, Erbsen, Buschbohnen, Tomaten, Paprika, Salat, Zwiebeln, Spinat und Knoblauch. Außerdem gibts noch einen Brokoli von den Vorgängern. Also alles was das Gemüseherz begehrt. ;)



Auf Wundervollen Wanderpfad im Botanischen Garten
























Die Farm am Abend. Eine Kulisse wie im Urlaub.

Mittwoch, 14. November 2012

Der Traum vom eigenen Feld

Hallihallo,
Es gibt wichtige Neuigkeiten! =)

Letzte Woche haben wir ja das Gebäude fürs erste fertig gestellt und so habe ich mir in den letzten Tagen einfach immer Arbeit gesucht, die eben so angefällt. Ich bin viel Einkaufen gefahren, habe aufgeräumt, mit Mekedi Gras gemäht usw.
Doch jetzt scheint sich gerade das nächste Projekt anzudeuten. Gestern abend sind zwei Deutsche Besucher bei uns im Container eingezogen: Angelika und Andreas. Er ist Landwirt und die beiden Lieben sollen uns nun helfen heraus zu finden, auf welche Weise hier Landwirtschaft betrieben werden kann.
Doch heute früh stand erst mal eine andere Station auf dem Programm: Abalimi Bezekhaya, Farmers of Home, the People's Garden Centre.
Dieses Wundervolle Projekt, was seinen Sitz auch hier in Kapstadt hat funktioniert so: Es gibt eine Menge an Mikrofarmern, die auf Anbauflächen, die das Projekt den Arbeitern zuweist, selbst Gemüse ziehen. Für die Anbaufläche, das Know-How, sowie ein paar Startmaterialien zahlen die Mikrofarmer einen kleinen Betrag an das Projekt. Ich glaube es waren 100,- R (- ca. 9 €) im Monat. Also wirklich wenig. Der Rest der Kosten für dieses Material usw. wird durch Spenden finaziert.
Wenn dann Erntezeit ist wird ein gewisser Anteil des Gemüses an Abalimi gegeben und ein gewisser Teil behalten die Mikrofarmer selbst.
Abalimi verkauft dieses Gemüse und die Mikrofarmer bekommen einen Teil (die Hälfte glaube ich) direkt ausgezahlt. Im Endeffekt haben also die Mikrofarmer so viel Gemüse, dass es ihnen schon aus den Ohren quillt und einen kleinen Nebenverdienst. Und das alles für nicht allzu viel Arbeit, weil man die Intensität des eigenen Anbauens total selbst regulieren kann, je nachdem wie viel man eben verdienen möchte. So reichen schon ca. 3 Stunden am Tag locker aus, um den eigenen Nahrungsbedarf zu decken.

Und jetzt die Frage: warum gibt es dann in diesem Land so viele Arbeitslose, die zu Hause sitzen und sagen „gib mir einen Job!“, während ihnen der Magen knurrt?
Laut unserem Vortrag deshalb, weil Abalimi eben noch nicht sehr weit verbreitet ist.
Natürlich muss man solche Systeme immer auch skeptisch betrachten, doch aus meinem jetzigen Verständnis kann ich keinen Haken finden und bin einfach nur begeistert.

Und das Beste kommt erst noch. Auf unserer Farm wird ganz unabhängig von Abalimi auch Farming statt finden. Laut Plan gibt es eine riesige Fläche für Felder, auf der Gemüse wachsen und gedeihen darf. Darüber hinaus sollen auch die Waisenhäuser, deren Planung nun in die heiße Phase geht jeweils einen Selbstversorgungsgarten haben. Spitzenklasse.

Und ich darf dabei sein, wenn diese ganze Sache ihren Anfang nimmt. Morgen werden erst mal ein paar richtig tiefe Löcher gebuddelt. Um die Bodenqualität festzustellen. Und dann mal sehen, vielleicht darf ich derjenige sein, der hier schon Bodenverbessererpflanzen säen wird um dem Strandsand, den wir hier überall haben ein wenig Leben einzuhauchen. Ich bin schon ganz kribbelig und will am liebsten genau jetzt mit Planen anfangen!

Aber jetzt geht’s erst mal in die Kiste, damit ich morgen fitt bin.

Bis bald und
alle liebe aus Vulamasango,


Adrian


P.S.: Hier noch zwei Links zum beschrieben Projekt
→ http://vimeo.com/17593878
→ http://vimeo.com/19360310

P.P.S.: Da heute schon morgen ist hier ein Foto von Andreas und mir im Loch:


Donnerstag, 8. November 2012

Ein ordentlich gekleideter Herr

Es gibt Neuigkeiten!

Als ich um viertel vor 7 aufstehe weiß ich: heut ist Sporttag. Und so kämpfe ich mich aus meinen Laken um mir einen Tee zu machen und dann in meine Joggingklamotten zu schlüpfen. Dann geht’s auch schon los, ab durchs Tor und immer an der Weltevredenroad entlang, bis die erste 4-STOP-Kreuzung kommt. Hier drehe ich um bis ich wieder an unserem Tor vorbeikomme, dann weiter bis zur Linkskurve nach dem Hügel.
Ich finde es schön so aktiv in den Tag zu starten. Da werde ich wenigstens richtig wach: Laila und ich haben angfangen Songs von Ed Sheeran zu covern und sind dabei gestern abend ein wenig hängen geblieben. Aber der Schlafmangel wird durch die schönen, musikalischen Stunden auf jeden Fall aufgewogen.
Aber zurück zur Straße. Genau solchen Kleinigekeiten machen erinnern mich daran, dass ich in Südafrika bin und nicht in Deutschland: Ich Jogge nur an der Straße entlang und meider Wege in denen ich allein wäre. Auch um 7 Uhr morgens.
Ein anderes Beispiel wäre das pinkeln: Wenn ich nachts aufs Klo muss dauert es gefühlte Stunden, bis ich mich erleichtern kann: Zuerst muss ich eine Alarmanlage und dann ein Gate entsichern. Da braucht man schon Haltekraft. Aber nach nun zwei Monaten habe ich die natürlich schon lang entwickelt..
Wie dem auch sei, nach 45 min komme ich zurück auf die Farm und beende hier mein Sportprogramm, bevor ich mich wieder an meinem Hasenstall zu schaffen mache.
Und tatsächlich! Heute wird er fertig!
Natürlich muss ich sofort Mekedi rufen und wir setzen die beiden Rammler in ihren neuen Garten.
Sie sind ganz aufgeregt hoppeln wie wild im Kreis und fangen sogar an ein wenig zu balgen. Richtig goldig.

Links - Hase, Mitte - Hase, Rechts - Zufrieden

Nachdem wir ihnen eine Weile zugeschaut haben gehe wir in Richtung Holzwerkstatt um ein paar Fotos zu machen: Ihr konntet ja noch gar nicht sehen, wie das neue Gebäude denn jetzt mit fertigem Dach aussieht. Am Dienstag haben wir die letzte Dachplatte montiert.

Wenn ich mir das Gebäude jetzt anschaue bin ich Stolz, dass auch ein wenig meiner harten Arbeit darin steckt. Auch wenn die Mauern vielleicht nicht ganz rechteckig und das Dach nicht ganz senkrecht ist. Aber damit habe ich nichts zu tun!
Die Bricklayer haben irgendwie vergessen Winkel zu benutzen und jetzt gibt’s eine gewisse Diskrepanz zwischen dem geraden Dach und den nicht ganz geraden Mauern..



Anschließend geht’s ans Gras mähen, Essen machen und Autoputzen und als wir unser Tagwerk vollbracht haben wollen wir drei Freiwilligen mit unserem eigenen Auto (!!!) einkaufen gehen.
Nebenbei: das Auto haben wir Hupert getauft und wegen dem „i“ im Modellnamen – Golf Chico 1.4 i – sind wir auch recht schnell an der muslimischen Mall angelangt und gehen erst mal zu den Bankautomaten.
Als Ann-Christin gerade ihre Karte einführen möchte kommt ein ordentlich gekleideter Herr mit Geld in der Hand von einem anderen Schalter und sagt „No! Press the left button“. Ann-christin sagt noch „No, my card..“ und dann hat er sich ihre Kreditkarte auch schon geschnappt und in den Automaten geschoben. Doch uns kommt das ganze verdächtig vor: der Automat zeigt eine andere Menüseite an als wir gewohnt sind und so tippt Ann-christin auf „Cancel“. Keine Karte erscheint im Schlitz. Der Mann ist immer noch da: „You have to press this Button, enter your code and cancel afterwards!“. Doch wir wollen ihm nun nicht mehr glauben und so geht er nach ein zwei weiteren halbherzigen Überzeugungsversuchen. Wir sind ein wenig hilflos, bis ein Pärchen kommt und fragt, ob sie uns helfen könnten. Wir sagen wir nähmen die Hilfe gerne an, weil die Karte Im Automat verschwunden sei und sie schlagen uns die gleiche Methode wie der gutgekleidete Herr vor.
Das ganze fängt an sehr dubios zu wirken und wir lehnen tun natürlich nicht wie uns geheißen. Auch das Pärchen verschwindet und Laila rennt nach draußen um sich das Nummernschild zu merken. So langsam schnallen wirs. Der Mann war ein Betrüger. Und er hat uns erwischt.
Wir stehen ohne Kreditkarte und Geld dafür mit blanken nerven da.

Gottseidank hat er keinen PIN. Glück im Unglück aber natürlich düsen wir sofort nach Hause um die Karte sperren zu lassen. PUHH!
Jetzt hoffe ich für meine Mitbwohnerin, dass nichts abgebucht wurde.
Kurz: Es bleibt aufregend.
Aber jetzt werde ich mich erst mal mit einem kleinen Fülmschen entspannen und wünsche auch Euch eine gute Nacht.



Liebschde Grüße ganz weit aus dem Süden,

Adrian

P.S.: Hier hats über 30° C und wir müssen total aufpassen, dass wir keinen Sonnenbrand bekommen. Und irgendwie will die Weihnachtsdekoration im Checkers (sowas wie Edeka bei uns) einfach überhaupt nicht zu diesem Wetter passen.

Mittwoch, 7. November 2012

Hallihallo Ihr Lieben,

In letzter Zeit habe ich eher seltener geschrieben, aber der Grund dafür ist meiner Meinung nach ein total schöner:
Ich habe das Gefühl mich jetzt richtig eingelebt zu haben. Das zeigt sich daran, dass ich einige Wege, zur Mall oder ins Township Samorra schon im Schlaf fahre, der erste Club in der Stadt schon ein wenig langweilig wird oder, dass nicht mehr ganz so viel Geld da ist wie am Anfang. Kurz: Normalität kehrt langsam ein und damit auch die Faulheit.
Deshalb möchte ich nun eher auf kleine Momente zu sprechen kommen und meinen Alltag eher in den Hintergrund treten lassen. Also wegen der Normalität, nicht der Faulheit.. ;)
Aber genug vom Schreiben übers Schreiben!


Um 17 Uhr gibt’s bei uns wie immer Essen für die Afterschool-Care-Kids. Und als ich dieses letzte Woche gerade vorbereite höre ich, wie von draußen einige Kinder – und auch Betreuer – heftig anfangen zu kreischen und zu lachen. Natürlich finde ich das wichtiger als das verteilen von Brei in Schüsseln und so stecke ich meinen Kopf aus der Küche. Als ich schaue was auf dem Gelände passiert stehen einige Jungs um einen Strauch herum und sind in einer Art hysterischer Faszination gefangen. Sie springen, rennen herum und lachen oder starren einfach nur in einen Strauch. Mekedi zieht an irgendetwas langem Schwarzen und Mr. Johns stochert mit einem Rohr im Gebüsch herum.
Dann Triumpfrufe. Und Mr. John hält eine 1,5 m lange Schlange am Rohr. Mekedi sieht an ihrem Hintertei und auf diese Weise wird das das arme Tier erst einmal durchs gesamte Projekt bugsiert. Schon aufregend so ein Tier aus nächster Nähe zu sehen. Ich hoffe ich trete beim Joggen nicht ausversehen mal auf eine drauf.

Links - Mekedi, Rechts - Mr. John


Aber liebe Mum keine Sorge Schlangen sind hier auf der Farm die Ausnahme und haben in der Regel mehr Angst vor uns als wir vor ihnen. =)


Bis bald und jetzt erst mal eine Gute Nacht.

Der Adrian

Donnerstag, 25. Oktober 2012

Klappe die Zweite!


Schnäppchenjagd und Rinderwahn


Irgendwie höre ich den Wecker halb. Aber auch halb nicht. Und irgendwie scheint er mich nicht wirklich zu betreffen. Bis meine Mitbewohnerin Laila sagt „Adrian, dein Wecker..“. Das kann ich nun nicht leider mehr leugnen und so quäle ich mich aus meinem wunderschön warmen Bett. Es ist  4:45. „Viel zu früh..“ denke ich mir und mache mir erst mal eine Tasse Tee und dann mein Morgen-Yoga.
Anschließend geht’s auch schon mit dem neueren unserer beiden Projektautos auf nach Kapstadt um es in der Werkstatt reparieren zu lassen. Wie sich später noch bestätigen sollte ist die Kupplung kaputt. Zu dem Zeitpunkt kann man aber noch fahren und nach einigen kleinen Weg-finde-Schwierigkeiten stehe ich schließlich in Einfahrt von unserer Volkswagenwerkstatt. Hier erkläre ich, was genau eigentlich die Probleme sind und dann kann ich abzischen.
Ich laufe in der Morgensonne zum Taxibahnhof. Ich genieße den Blick auf den Tafelberg, der von hier aus wirklich wie eine Platte Fläche, eben eben wie eine Tafel aussieht. Auch Bilder will ich machen DOCH WIE DOOF: ich hab meine SD-karte daheim vergessen. Nun gut, ich versuche mir den Anblick mit meinem „fotografischen Gedächtnis“ so gut wie möglich einzuprägen. Auch den Platz auf diesem Wahrzeichen, an dem ich vor zwei Wochen nach dreistündigem Aufstieg ein kleines, wunderschönes Schläfchen am Rand der Klippe eingelegt habe meine ich wiederzuerkennen.
Dann warte ich eine Weile bis mein Taxi kommt. Doch wenigstens kommt es irgendwann und die Heimfahrt dauert nur eine Viertel Stunde. Dann bin ich im Township Samorra, wo mich meine Mitfreiwillige Ann-Christin abholt um mit mir dann noch schnell beim Ahmedia (Baumarkt) vorbei zu schauen, wo wir ein wenig Farbe für unser Gebäude kaufen.
Leider hat der Baumarkt noch geschlossen als wir ankommen (8:45 Uhr) und so vertreiben wir uns die Zeit indem wir noch kurz an einem kleinen Gemüse- und Obststand vorbei schlendern, derer es hier überall so viele gibt. Aus reinem Zeitvertreib frage ich, was denn heute billig wäre und er sagt mir, dass 1,5 kg Kürbis umgerechnet 0,50 € , eine halbe gurke 0,20 € und zwei schöne Blumenköhle 0,80 € kosten. Das haut mich echt vom Hocker und ich kaufe für 1,50 € so viel Gemüse ein, dass ich mindestens die nächsten 4 tage davon zehren kann. Dann beschließe ich: ab jetzt wird Gemüse hier meine Hauptnahrungsquelle, ultra günstig und gesund und lecker und überhaupt, also was will man mehr!
Nach diesem Schnäppchen kaufen wir teure Farbe und fahren dann nach Hause.
Hier koche ich erst mal eine leckere Kürbissuppe aus einen Teil meiner Errungenschaften und während diese auf dem Herd vor sich hinblubbert gehe ich zu meinem Date mit Zukiswa, unsere Köchin. Ich darf mir mit ihrer Hilfe ein paar ganz persönliche Fatcakes mit früchten fritieren. Wir schneiden die Früchte, versenken sie im Teig und teilen uns anschließend die Ausbeute. Und ohhh.. mhhh. Die sind lecker.
Am Rande: Fatcake ist eine Art Brot, die fritiert wird und unserem Deutschen Langos nicht unnähnlich ist. Nur ohne Belag aber mindestens genauso fettig und lecker!
Dann gehe ich zur Baustelle, wo wir die Faciaboards fertig streichen, die wir gestern schon fast beendet hatten. Eine weitere kleine Anmerkung des Lektors: ein Faciaboard ist eine Holzverkleidung zum Befestigen der Regenrinne und zum Abdichten zwischen Ziegelmauer und Wellblechdach unserer zukünftigen Holzwerkstatt.

Holzwerkstatt, kurz bevor wir das Dach montieren


Nach einigen weiteren kleineren Arbeiten am Gebäude gehe ich nach oben zu unserem Freiwilligenquartier. Hier miste ich erst mal den Hasenstall aus, was sich wegen der Sonne als sehr schweißtreibende Arbeit herausstellt. Trotzdem: ich würde auch nicht gerne auf meiner Kacka sitzen wollen. Auch wenn sie böbbelig wäre.
Als ich fertig bin mache ich mich daran den Hasenauslauf weiter zu bauen. Vor 3 Wochen habe ich angefangen ein Gitter so zurecht zu biegen, das man es als Hasenzaun benützen kann, damit unsere Nager auch mal ein wenig Auslauf und frisches Gras bekommen. Ich komme ganz gut voran. Doch bald fangen Sky und Sascha in ihrem Zwinger an so gottserbärmlich zu heulen, dass ich es nicht mehr ignorieren kann und so schnappe ich mir die Leinen, mit den beiden Hunden dran und wir laufen eine Runde auf der Farm.



Wie immer machen wir Leinenübungen: immer wenn die Vierbeiner in eine Richtung ziehen drehe ich um und laufe den exakt entgegengesetzten Weg. Martin Rütters lässt grüßen. Inzwischen zeigt dieses Prozedere auch schon esrte Erfolge und meine allabendlichen Runden erinnern nicht mehr ganz so sehr an ein Schulter-Workout, wie sie es am Anfang getan haben. Ein Zitat dazu von Mr. John vor einer Woche: „Are you taking a walk with the dogs or are the dogs taking a walk with you?“. Weil ich genau sowas nicht nochmal hören möchte bin ich seitdem übel konsequent. Das führt dazu, dass wir manchmal eine geschlagene dreiviertel Stunde auf einer Länge von 15 m Metern gefühlte 1000 mal hin un her laufen. Aber es wirkt!
Doch bald haben wir drei genug, machen unsere Rennroutine und sprinten einmal um die halbe Farm. Bevor das jetzt falsch wirkt: unsere farm ist wirklich groß. Wie immer ist das Kraftpaket Sky an der Spitze und zieht mich. Ich bilde die Mitte an der im wahrsten Sinne des Wortes alles hängt, weil Sascha eher zur faulen Sorte Hund gehört und ihrerseits von mir gezogen wird. So rauscht unser Dreierpack durch den Sonnenuntergang und das Kniehohe Gras, bis wir  nicht mehr können. Schnaufend legen wir eine Pause ein und ich will mich auf den Rückweg begeben, als ich bemerke das wir beobachtet werden
Die Rinder auf der Nachbarfarm, darunter auch einige Bullen starren uns mit angsteinflößender Miene (soweit das bei Rindern möglich ist) an und (Interpretation) versuchen uns zu hypnotisieren.
Meine beiden vierbeinigen Gefährten haben deshalb die imaginären Hosen voll und starten einen Fluchtversuch nach dem anderen. Ich denke mir: keine schlechte idee und renne los. Die Herde hinter uns her. STOOOP! Wie war das mit dem Jagdtrieb? Also bleibe ich stehen. Die Rinder auch. Jetzt starre ich zurück. Grimmig. Und bewege mich, während ich Blickkontakt halte langsam rückwärt. Sie bleiben stehen. Soweit so gut. Stück für Stück arbeiten wir uns in Richtung Tor, während uns die Blicke der verückten Wiederkäuer verfolgen.
Puhh. Geschafft.

Wie dem auch sei, auf jeden Fall kommen wir wohlbehalten zu Hause an es gibt Abendessen: selbstgemachte Kürbissuppe. Mhh, ein Gaumenschmaus. Ich biete Mekedi eine Schale an und im Gegenzug zeigt er mir den Willow Tree. Wir gehen hinunter und sehen seine Weidenartigen Äste, die dicht mit frischem, grünem Blattwerk behangen sind. Dann treten durch diesen Vorhang hindurch und befinden uns auf einmal inmitten einer Oase der Abgeschiedenheit. Der Raum, den die Äste bilden wirkt wie eine natürliches Zimmerund ich komme mir vor wie in einem Märchen. Oh wie schön. Auch an Kerzen haben wir gedacht und so ist unser Candle Light Dinner perfekt. Jetzt müsste man nur noch schwul sein. Sind wir leider nicht, also reden wir über Frauen, Südafrikanische wie auch Deutsche und irgendwie habe ich das Gefühl, dass sie sich sich gar nicht so unähnlich sind.

Nach anderhalb Stunden in dieser romantischen Atmosphäre gehen wir dann zurück in die reale Welt, wo schon meine Eltern am Telefon auf mich warten. Wie schön ist es nach so langer Zeit wieder die vertrauten Stimmen zu hören und wie viel habe ich zu erzählen.
Time moves fast in Southafrica..

Ich bin dankbar für die Zeit, die ich hier verbringen, die Menschen die ich kennenlernen und all die Eindrücke, die ich erleben darf.

Und für die Hunde. Und die Hasen. Und das Hausbauprojekt.

Und vor allem dafür, dass ich nicht nur die geschminkte, touristische Seite dieses Landes sehen kann, sondern in einem Projekt arbeiten darf, in dem ich auch viel Kontakt zum armen Teil der Südafrikanischen Bevölkerung habe.

In diesem Sinne eine gute Nacht. =)


liebe Grüße,
der Adrian

Mittwoch, 17. Oktober 2012

Und das Dach kommt drauf!

Hallo Welt! =)

Nach einigem Hin und Her habe mich nun doch dazu entschieden, Euch an meinen Erlebnissen über das Medium Blog teilhaben zu lassen.

Hier ist also der erste Eintrag.


Unser Projekthaus. Der rechte Anbau (weiß) ist unsere Freiwilligenbude.
Mein Wecker klingelt. Viel zu früh, denn aus irgendeinem unerfindlichen Grund müssen wir heute schon um 7:30 Uhr auf der Baustelle sein. Also raffe ich mich auf und mache wie jeden morgen mein Yoga vor der Tür. Hier grüßen mich schon die ersten Sonnenstrahlen und ich genieße wie immer diese Tageszeit, in der die Farm ruhig und friedlich auf das Erwachen ihrer Bewohner wartet.
Dann gibt’s Frühstück: Mealie Meal. Das ist eine Art Grießbrei aus Mais, der hier sehr häufig gegessen wird.
Anschließend gehe ich runter zur Baustelle, wo alles noch sehr entspannt zugeht, weil unser Chef gerade noch ein paar Kindergarten-Kinder abholt und uns deshalb noch niemand auf die Finger schaut. Mir hat eh keiner gesagt, was heute auf dem Plan steht und so mache ich mich mit kleinen Dingen nützlich: ich reiche Mekedi, der Querverstrebungen auf die dicken Balken hämmert, Nägel und was er sonst so braucht, schabe den Zement, der noch vom Vortag auf dem Boden klebt ab, wässre den ganzen Boden der Holzwerkstatt um ihn anschließend mit einem Besen zu kehren. Solche Sachen eben.
Doch bevor ich wirklich weit komme taucht Mr. John auf. Er ist so etwas wie der Hausmeister hier. Und außerdem ein ganz Lieber. Falls jemand den Film „Gran Torino“ gesehen hat: Er entspricht einfach total der Hauptperson Clint Eastwood.
Dann kommen die Hamburger. Also nicht das Essen. ;)
Sie sind vor 2 Wochen extra eingeflogen, um uns beim Bau der Holzwerkstatt zu unterstützen. Mit einem Schlag dreht sich die Situation um und es gibt anstatt zu viel Arbeit zu viele Arbeiter.
Mr. John beschäftigt die vielen Hände mit dem Streichen der Außenwand (sand-rot). Und Florian, Mr. John, Mekedi und ich gehen ins Office um zu planen, was heute wie gemacht werden muss. Der Plan: das Aufsetzen des Dachs, wozu wir erst kleine Querbalken (Purlins) auf die schon eingesetzten dicken Balken (Beams) hämmern müssen. Doch was nicht ganz klar ist, wie genau werden die einzelnen Wellblechplatten denn jetzt genau verbunden bzw. wo setzt man welches Dichtungsteil ein. Usw.
Nach 2-Stündigem Planen, Telefonieren, Skizzieren und Diskutieren ist dann alles klar und wir gehen zurück auf die Baustelle, wo wir anfangen die Purlins fest zu Nageln.
Mich plagt leider wieder dieser grässliche Heuschnupfen und ich bin die ganze Zeit am Schniefen und Weinen. Nachdem wir dann wie üblich um 10 unsere Teatime hatten wird es so schlimm, dass ich überhaupt nicht mehr sehen kann und meine Cheffin Bongi frage, ob ich schnell in den Checkers fahren darf um mir etwas gegen diese Plage zu kaufen. Sie stimmt zu. Und weil sie auch noch etwas braucht düsen wir zusammen den wohlbekannten Weg zu unserem Stamm-Einkaufszentrum, der Westgatemall.
Als ich zurück auf der Baustelle bin haben die Hamburger gerade die Wände beendet und fangen an die Wellblechplatten ins Gebäude zu tragen. Ich fahre mit dem festnageln der Purlins fort. Das macht ganz schön Spaß – schon seit einiger Zeit gefällt mir der Gedanke körperlich zu arbeiten und jetzt darf ich genau das in meinem Auslandsjahr machen. Besser kann man's nicht treffen! Und genau dieser Gedanke hält mich auch trotz der Nießanfälle, die mich im Minutentakt schütteln, auf dem Dach.
Bald gehen die Deutschen dann wieder und wir – Mekedi, Garren (Mr Johns Sohn), Mr. John und ich bleiben zurück und beschäftigen uns mit kleineren Arbeiten. Ich versuche einen Purlin, der von einem anderen Arbeiter an einem anderen Tag falsch befestigt wurde, wieder aus dem Beam zu bekommen. Das klappt mehr oder weniger gut: Hämmern löst zwar Zementverankerung des Beams in der Mauer, aber den Purlin stört das überhaupt nicht und so bleibt mir nichts Anderes übrig als die Nägel mit einer Eisensäge durchzusägen. Und das dauert bei 6-inch­-Nägeln schon seine Zeit. Letztendlich stellt sich heraus, dass wir den Purlin wegen dem riesigen Aufwand, den das Absägen der Nägel darstellt doch einfach dort lassen wo er ist. Suuuper.
Zumindest darf ich ihn wieder festnageln, denn das macht mir am meisten Spaß.
 

In diesem Moment geht auch schon die Sonne unter und wir räumen die Baustelle ein wenig auf um dann unseren Feierabend genießen. Ich esse leckeres frisches Brot, das diesmal Laila gebacken hat und palavere noch ein wenig mit Ongesiwe, bevor ich mich dazu aufraffe mir einen Blog einzurichten. Und hier ist er! =)


Und jetzt freue ich mich auf mein Bett, in dem schon eine volle Wärmflasche wartet.
Auch Euch eine gute Nacht und bis bald!


Es grüßt,
die Annanas