Freitag, 14. Dezember 2012

06/12/12

Heute morgen wache ich auf und entschließe mich, gegen meinen Willen, dazu nochmal ins Bett zu gehen und doch länger zu schlafen. Anstatt um 6:45 Uhr stehe ich also um 9:15 Uhr auf, wobei auch das nur, weil ich vom Lärm, den Laila beim Aufstehen macht gezwungen werde meine Äuglein zu öffnen.
Darüber hinaus ist mein Schlummer sowieso nicht mehr allzu tief: eine Fliegeninvasion sucht zur Zeit Vulamasango heim und zu meinem Leid suchen sie sich oft mein Gesicht aus um sich darauf der kröperlichen Liebe zu widmen. Es ist richtig toll, davon geweckt zu werden, dass einem Fliegen auf der Backe vögeln!
Wie dem auch sei, schließlich ruft mich das Frühstück und davor eben gezwungener Maßen auch mein Yoga. Als ich mir gerade meine Teller fertig gerichtet habe sehe ich, dass im Office gerade ein Riesenbrunch seinen Anfang nimmt: ca. 8 Personen, darunter Sis Bongi (unsere Cheffin), ihr Sohn Mpumi, Mekedi, Zintle, ihre Tochter Thabi und Andreas und Angelika sitzen schon an langer Tafel und ich schließe mich dieser Gesellschaft an. Genauso wie Ann-Christin. Wir nehmen gemütlich unser Morgenmahl ein und Mpumi und ich albern ein wenig herum und erzählen uns anzügliche Witze.
→ „Kind kurz nach der Geburt zum Vater: fühlt sich das gut an?! Fühlt sich das gut an?!“ und es tippt dem Vater auf die Stirn. Ich antworte mit meinem berühmt-berüchtigten Nonnenwitz.

Und dann geht auf einmal ganz schnell ans Umziehen: Bongi hatte die letzte Nacht nur zum Übergang hier gewohnt, weil ihr neuer Vermieter sie noch nicht in die Wohnung gelassen hatte.
Also schleppen wir Karton um Karton in den Quantum und die beiden kleinen Chicos, bis alle drei voll sind. Letztendlich geht aber alles total schnell, weil wir wir so viele sind.
Dann ist erst mal warten angesagt die ich dazu nutze um mal wieder etwas zu essen. Außerdem müssen/dürfen wir drei Freiwilligen uns die ganze Zeit die Babbelei von Mpumi anhören, der doch ein sehr gesprächiger Teenager ist und uns die ganze Zeit auf Trab hält. Um ganz ehrlich zu sein: manchmal hasse ich ihn und manchmal liebe ich ihn. Kommt ganz drauf an in welcher Stimmung er gerade ist und ich gerade bin. Doch alles in allem auf jeden Fall ein Lieber.
Anschließend lese ich ein wenig in meinem tollen Buch mit wunderschönen Konfuzianischen Weisheiten. Endlich ist es da! Nach sieben Wochen Wartezeit ist das Health-Paket meiner lieben und fürsorglichen Ellies angekommen. Incredients: lebenswichtige Bettlektüre, die lebensrettende Alnatura-Zartbitter-Schokolade und vieles anderes ähnlich wichtiges!

Der Spruch, der mich dabei heute beeindruckt hat:

Ein Gefallen
muss nich groß sein.
Wichtig ist,
dass er zum rechten Zeitpunkt kommt.

Eine Freundschaft
muss nicht tief sein.
Wichtig ist,
dass sie nicht auf falscher Gunst beruht.


Nach dieser Ausgiebigen Pause geht’s weiter mit Einladen. Letztendlich vergeht der gesamte Tag unter diesem Wechselspiel aus Pause und Warten und Einladen.
In einer weiteren Pause kommen Laila, Mpumi und ich aber dazu ein paar Liedchen zu trällern und ein paar neue Songtexte auszudrucken. Wie immer sind auch dieses mal wieder zwei neue Ed Sheeran Songs dabei.
Als Mpumi uns gegen sechs verlässt habe ich aber trotzdem das Gefühl überhaupt nichts getan zu haben und so fange ich an mir kleinere Arbeiten zu suchen, die ich heute noch machen kann.
Also koche ich den Hunden mal wieder richtig viel gutes Futter, wasche unsere Fliegennetze und brate mir ein bisschen Knuspermüsli, dass ich genau in diesem Moment auch knuspere.
Und dann kommt plötzlich Andreas herein: Hallo! Wir sind zurück und würden in fünf min gerne zum Flughafen aufbrechen! Ohje, das hatte ich ja fast vergessen. Also lass ich alles stehen und liegen, schnappe mir den Autoschlüssel, meine Schuhe und eine Wegbeschreibung von Laila und ab geht die Post.
Auf der Fahrt werde ich ein wenig melancholisch. Irgenwie habe ich die beiden Berliner in unserer gemeinsamen Zusammenarbeit ganz schön ins Herz geschlossen und ich werde nicht nur ihre zahlreichen Hausfrauentips (z.B. Knuspermüsli, Mayonnaise und richtiges Brotbacken) vermissen.
Irgendwie ist es manchmal auch schwierig mit der allgemeinen Besuchersituation umzugehen: Ich lasse mich auf den Besuch wie die Hamburger, die uns beim Bau der Holzwerkstatt geholfen haben, oder jetzt eben Andreas und Angelika, ein und arbeite dann auch viel mit ihnen zusammen. Und nach drei wochen geht der Besuch wieder. Nur ich darf hier bleiben, was ich, keine Frage, total genieße und trotzdem macht mich der Abschied dann traurig.
Trotzdem: ich bereue es auf keinen Fall neuen Menschen gegenüber offen gewesen zu sein und werde mich auch in Zukunft wieder so offen geben. Und dass man am Ende ein wenig trauert ist glaube ich nur normal und gut. Auf jeden Fall haben mir die Beiden angeboten, ihnen immer zu schreiben, wenn ich Fragen zum Garten habe und das ist richtig super!
 

So und jetzt krabble ich in mein Bett unter dem wunderweißen Fliegennetz und freue mich darauf morgen früh, nicht von gewissen Aktivitäten gewisser Fliegen auf meinem Gesicht, sondern vom piepsen des Weckers in meinen Ohren geweckt zu werden.



Eine gute Nacht!

Adrian

P.S.: Unser Hupi!

 

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