Mittwoch, 17. Oktober 2012

Und das Dach kommt drauf!

Hallo Welt! =)

Nach einigem Hin und Her habe mich nun doch dazu entschieden, Euch an meinen Erlebnissen über das Medium Blog teilhaben zu lassen.

Hier ist also der erste Eintrag.


Unser Projekthaus. Der rechte Anbau (weiß) ist unsere Freiwilligenbude.
Mein Wecker klingelt. Viel zu früh, denn aus irgendeinem unerfindlichen Grund müssen wir heute schon um 7:30 Uhr auf der Baustelle sein. Also raffe ich mich auf und mache wie jeden morgen mein Yoga vor der Tür. Hier grüßen mich schon die ersten Sonnenstrahlen und ich genieße wie immer diese Tageszeit, in der die Farm ruhig und friedlich auf das Erwachen ihrer Bewohner wartet.
Dann gibt’s Frühstück: Mealie Meal. Das ist eine Art Grießbrei aus Mais, der hier sehr häufig gegessen wird.
Anschließend gehe ich runter zur Baustelle, wo alles noch sehr entspannt zugeht, weil unser Chef gerade noch ein paar Kindergarten-Kinder abholt und uns deshalb noch niemand auf die Finger schaut. Mir hat eh keiner gesagt, was heute auf dem Plan steht und so mache ich mich mit kleinen Dingen nützlich: ich reiche Mekedi, der Querverstrebungen auf die dicken Balken hämmert, Nägel und was er sonst so braucht, schabe den Zement, der noch vom Vortag auf dem Boden klebt ab, wässre den ganzen Boden der Holzwerkstatt um ihn anschließend mit einem Besen zu kehren. Solche Sachen eben.
Doch bevor ich wirklich weit komme taucht Mr. John auf. Er ist so etwas wie der Hausmeister hier. Und außerdem ein ganz Lieber. Falls jemand den Film „Gran Torino“ gesehen hat: Er entspricht einfach total der Hauptperson Clint Eastwood.
Dann kommen die Hamburger. Also nicht das Essen. ;)
Sie sind vor 2 Wochen extra eingeflogen, um uns beim Bau der Holzwerkstatt zu unterstützen. Mit einem Schlag dreht sich die Situation um und es gibt anstatt zu viel Arbeit zu viele Arbeiter.
Mr. John beschäftigt die vielen Hände mit dem Streichen der Außenwand (sand-rot). Und Florian, Mr. John, Mekedi und ich gehen ins Office um zu planen, was heute wie gemacht werden muss. Der Plan: das Aufsetzen des Dachs, wozu wir erst kleine Querbalken (Purlins) auf die schon eingesetzten dicken Balken (Beams) hämmern müssen. Doch was nicht ganz klar ist, wie genau werden die einzelnen Wellblechplatten denn jetzt genau verbunden bzw. wo setzt man welches Dichtungsteil ein. Usw.
Nach 2-Stündigem Planen, Telefonieren, Skizzieren und Diskutieren ist dann alles klar und wir gehen zurück auf die Baustelle, wo wir anfangen die Purlins fest zu Nageln.
Mich plagt leider wieder dieser grässliche Heuschnupfen und ich bin die ganze Zeit am Schniefen und Weinen. Nachdem wir dann wie üblich um 10 unsere Teatime hatten wird es so schlimm, dass ich überhaupt nicht mehr sehen kann und meine Cheffin Bongi frage, ob ich schnell in den Checkers fahren darf um mir etwas gegen diese Plage zu kaufen. Sie stimmt zu. Und weil sie auch noch etwas braucht düsen wir zusammen den wohlbekannten Weg zu unserem Stamm-Einkaufszentrum, der Westgatemall.
Als ich zurück auf der Baustelle bin haben die Hamburger gerade die Wände beendet und fangen an die Wellblechplatten ins Gebäude zu tragen. Ich fahre mit dem festnageln der Purlins fort. Das macht ganz schön Spaß – schon seit einiger Zeit gefällt mir der Gedanke körperlich zu arbeiten und jetzt darf ich genau das in meinem Auslandsjahr machen. Besser kann man's nicht treffen! Und genau dieser Gedanke hält mich auch trotz der Nießanfälle, die mich im Minutentakt schütteln, auf dem Dach.
Bald gehen die Deutschen dann wieder und wir – Mekedi, Garren (Mr Johns Sohn), Mr. John und ich bleiben zurück und beschäftigen uns mit kleineren Arbeiten. Ich versuche einen Purlin, der von einem anderen Arbeiter an einem anderen Tag falsch befestigt wurde, wieder aus dem Beam zu bekommen. Das klappt mehr oder weniger gut: Hämmern löst zwar Zementverankerung des Beams in der Mauer, aber den Purlin stört das überhaupt nicht und so bleibt mir nichts Anderes übrig als die Nägel mit einer Eisensäge durchzusägen. Und das dauert bei 6-inch­-Nägeln schon seine Zeit. Letztendlich stellt sich heraus, dass wir den Purlin wegen dem riesigen Aufwand, den das Absägen der Nägel darstellt doch einfach dort lassen wo er ist. Suuuper.
Zumindest darf ich ihn wieder festnageln, denn das macht mir am meisten Spaß.
 

In diesem Moment geht auch schon die Sonne unter und wir räumen die Baustelle ein wenig auf um dann unseren Feierabend genießen. Ich esse leckeres frisches Brot, das diesmal Laila gebacken hat und palavere noch ein wenig mit Ongesiwe, bevor ich mich dazu aufraffe mir einen Blog einzurichten. Und hier ist er! =)


Und jetzt freue ich mich auf mein Bett, in dem schon eine volle Wärmflasche wartet.
Auch Euch eine gute Nacht und bis bald!


Es grüßt,
die Annanas

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