Es
gibt Neuigkeiten!
Als
ich um viertel vor 7 aufstehe weiß ich: heut ist Sporttag. Und so
kämpfe ich mich aus meinen Laken um mir einen Tee zu machen und dann
in meine Joggingklamotten zu schlüpfen. Dann geht’s auch schon
los, ab durchs Tor und immer an der Weltevredenroad entlang, bis die
erste 4-STOP-Kreuzung kommt. Hier drehe ich um bis ich wieder an
unserem Tor vorbeikomme, dann weiter bis zur Linkskurve nach dem
Hügel.
Ich
finde es schön so aktiv in den Tag zu starten. Da werde ich
wenigstens richtig wach: Laila und ich haben angfangen Songs von Ed
Sheeran zu covern und sind dabei gestern abend ein wenig hängen
geblieben. Aber der Schlafmangel wird durch die schönen,
musikalischen Stunden auf jeden Fall aufgewogen.
Aber
zurück zur Straße. Genau solchen Kleinigekeiten machen erinnern
mich daran, dass ich in Südafrika bin und nicht in Deutschland: Ich
Jogge nur an der Straße entlang und meider Wege in denen ich allein
wäre. Auch um 7 Uhr morgens.
Ein
anderes Beispiel wäre das pinkeln: Wenn ich nachts aufs Klo muss
dauert es gefühlte Stunden, bis ich mich erleichtern kann: Zuerst
muss ich eine Alarmanlage und dann ein Gate entsichern. Da braucht
man schon Haltekraft. Aber nach nun zwei Monaten habe ich die
natürlich schon lang entwickelt..
Wie
dem auch sei, nach 45 min komme ich zurück auf die Farm und beende
hier mein Sportprogramm, bevor ich mich wieder an meinem Hasenstall
zu schaffen mache.
Und
tatsächlich! Heute wird er fertig!
Natürlich
muss ich sofort Mekedi rufen und wir setzen die beiden Rammler in
ihren neuen Garten.
Sie
sind ganz aufgeregt hoppeln wie wild im Kreis und fangen sogar an ein
wenig zu balgen. Richtig goldig.
| Links - Hase, Mitte - Hase, Rechts - Zufrieden |
Nachdem
wir ihnen eine Weile zugeschaut haben gehe wir in Richtung
Holzwerkstatt um ein paar Fotos zu machen: Ihr konntet ja noch gar
nicht sehen, wie das neue Gebäude denn jetzt mit fertigem Dach
aussieht. Am Dienstag haben wir die letzte Dachplatte montiert.
Wenn
ich mir das Gebäude jetzt anschaue bin ich Stolz, dass auch ein
wenig meiner harten Arbeit darin steckt. Auch wenn die Mauern
vielleicht nicht ganz rechteckig und das Dach nicht ganz senkrecht
ist. Aber damit habe ich nichts zu tun!
Die
Bricklayer haben irgendwie vergessen Winkel zu benutzen und jetzt
gibt’s eine gewisse Diskrepanz zwischen dem geraden Dach und den
nicht ganz geraden Mauern..
Anschließend
geht’s ans Gras mähen, Essen machen und Autoputzen und als wir
unser Tagwerk vollbracht haben wollen wir drei Freiwilligen mit
unserem eigenen Auto (!!!) einkaufen gehen.
Nebenbei:
das Auto haben wir Hupert getauft und wegen dem „i“ im
Modellnamen – Golf Chico 1.4 i – sind wir auch recht schnell an
der muslimischen Mall angelangt und gehen erst mal zu den
Bankautomaten.
Als
Ann-Christin gerade ihre Karte einführen möchte kommt ein ordentlich gekleideter Herr mit Geld in der Hand von einem anderen Schalter und
sagt „No! Press the left button“. Ann-christin sagt noch „No,
my card..“ und dann hat er sich ihre Kreditkarte auch schon
geschnappt und in den Automaten geschoben. Doch uns kommt das ganze
verdächtig vor: der Automat zeigt eine andere Menüseite an als wir
gewohnt sind und so tippt Ann-christin auf „Cancel“. Keine Karte
erscheint im Schlitz. Der Mann ist immer noch da: „You have to
press this Button, enter your code and cancel afterwards!“. Doch
wir wollen ihm nun nicht mehr glauben und so geht er nach ein zwei
weiteren halbherzigen Überzeugungsversuchen. Wir sind ein wenig
hilflos, bis ein Pärchen kommt und fragt, ob sie uns helfen könnten.
Wir sagen wir nähmen die Hilfe gerne an, weil die Karte Im Automat
verschwunden sei und sie schlagen uns die gleiche Methode wie der
gutgekleidete Herr vor.
Das
ganze fängt an sehr dubios zu wirken und wir lehnen tun natürlich
nicht wie uns geheißen. Auch das Pärchen verschwindet und Laila
rennt nach draußen um sich das Nummernschild zu merken. So langsam
schnallen wirs. Der Mann war ein Betrüger. Und er hat uns erwischt.
Wir
stehen ohne Kreditkarte und Geld dafür mit blanken nerven da.
Gottseidank
hat er keinen PIN. Glück im Unglück aber natürlich düsen wir
sofort nach Hause um die Karte sperren zu lassen. PUHH!
Jetzt
hoffe ich für meine Mitbwohnerin, dass nichts abgebucht wurde.
Kurz:
Es bleibt aufregend.
Aber
jetzt werde ich mich erst mal mit einem kleinen Fülmschen entspannen
und wünsche auch Euch eine gute Nacht.
Liebschde
Grüße ganz weit aus dem Süden,
Adrian
P.S.:
Hier hats über 30° C und wir müssen total aufpassen, dass wir
keinen Sonnenbrand bekommen. Und irgendwie will die
Weihnachtsdekoration im Checkers (sowas wie Edeka bei uns) einfach
überhaupt nicht zu diesem Wetter passen.
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