Mittwoch, 14. November 2012

Der Traum vom eigenen Feld

Hallihallo,
Es gibt wichtige Neuigkeiten! =)

Letzte Woche haben wir ja das Gebäude fürs erste fertig gestellt und so habe ich mir in den letzten Tagen einfach immer Arbeit gesucht, die eben so angefällt. Ich bin viel Einkaufen gefahren, habe aufgeräumt, mit Mekedi Gras gemäht usw.
Doch jetzt scheint sich gerade das nächste Projekt anzudeuten. Gestern abend sind zwei Deutsche Besucher bei uns im Container eingezogen: Angelika und Andreas. Er ist Landwirt und die beiden Lieben sollen uns nun helfen heraus zu finden, auf welche Weise hier Landwirtschaft betrieben werden kann.
Doch heute früh stand erst mal eine andere Station auf dem Programm: Abalimi Bezekhaya, Farmers of Home, the People's Garden Centre.
Dieses Wundervolle Projekt, was seinen Sitz auch hier in Kapstadt hat funktioniert so: Es gibt eine Menge an Mikrofarmern, die auf Anbauflächen, die das Projekt den Arbeitern zuweist, selbst Gemüse ziehen. Für die Anbaufläche, das Know-How, sowie ein paar Startmaterialien zahlen die Mikrofarmer einen kleinen Betrag an das Projekt. Ich glaube es waren 100,- R (- ca. 9 €) im Monat. Also wirklich wenig. Der Rest der Kosten für dieses Material usw. wird durch Spenden finaziert.
Wenn dann Erntezeit ist wird ein gewisser Anteil des Gemüses an Abalimi gegeben und ein gewisser Teil behalten die Mikrofarmer selbst.
Abalimi verkauft dieses Gemüse und die Mikrofarmer bekommen einen Teil (die Hälfte glaube ich) direkt ausgezahlt. Im Endeffekt haben also die Mikrofarmer so viel Gemüse, dass es ihnen schon aus den Ohren quillt und einen kleinen Nebenverdienst. Und das alles für nicht allzu viel Arbeit, weil man die Intensität des eigenen Anbauens total selbst regulieren kann, je nachdem wie viel man eben verdienen möchte. So reichen schon ca. 3 Stunden am Tag locker aus, um den eigenen Nahrungsbedarf zu decken.

Und jetzt die Frage: warum gibt es dann in diesem Land so viele Arbeitslose, die zu Hause sitzen und sagen „gib mir einen Job!“, während ihnen der Magen knurrt?
Laut unserem Vortrag deshalb, weil Abalimi eben noch nicht sehr weit verbreitet ist.
Natürlich muss man solche Systeme immer auch skeptisch betrachten, doch aus meinem jetzigen Verständnis kann ich keinen Haken finden und bin einfach nur begeistert.

Und das Beste kommt erst noch. Auf unserer Farm wird ganz unabhängig von Abalimi auch Farming statt finden. Laut Plan gibt es eine riesige Fläche für Felder, auf der Gemüse wachsen und gedeihen darf. Darüber hinaus sollen auch die Waisenhäuser, deren Planung nun in die heiße Phase geht jeweils einen Selbstversorgungsgarten haben. Spitzenklasse.

Und ich darf dabei sein, wenn diese ganze Sache ihren Anfang nimmt. Morgen werden erst mal ein paar richtig tiefe Löcher gebuddelt. Um die Bodenqualität festzustellen. Und dann mal sehen, vielleicht darf ich derjenige sein, der hier schon Bodenverbessererpflanzen säen wird um dem Strandsand, den wir hier überall haben ein wenig Leben einzuhauchen. Ich bin schon ganz kribbelig und will am liebsten genau jetzt mit Planen anfangen!

Aber jetzt geht’s erst mal in die Kiste, damit ich morgen fitt bin.

Bis bald und
alle liebe aus Vulamasango,


Adrian


P.S.: Hier noch zwei Links zum beschrieben Projekt
→ http://vimeo.com/17593878
→ http://vimeo.com/19360310

P.P.S.: Da heute schon morgen ist hier ein Foto von Andreas und mir im Loch:


Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen