Hallihallo,
Es gibt wichtige
Neuigkeiten! =)
Letzte Woche haben
wir ja das Gebäude fürs erste fertig gestellt und so habe ich mir
in den letzten Tagen einfach immer Arbeit gesucht, die eben so
angefällt. Ich bin viel Einkaufen gefahren, habe aufgeräumt, mit
Mekedi Gras gemäht usw.
Doch jetzt scheint
sich gerade das nächste Projekt anzudeuten. Gestern abend sind zwei
Deutsche Besucher bei uns im Container eingezogen: Angelika und
Andreas. Er ist Landwirt und die beiden Lieben sollen uns nun helfen
heraus zu finden, auf welche Weise hier Landwirtschaft betrieben
werden kann.
Doch
heute früh stand erst mal eine andere Station auf dem Programm:
Abalimi Bezekhaya, Farmers of Home, the People's Garden Centre.
Dieses
Wundervolle Projekt, was seinen Sitz auch hier in Kapstadt hat
funktioniert so: Es gibt eine Menge an Mikrofarmern, die auf
Anbauflächen, die das Projekt den Arbeitern zuweist, selbst Gemüse
ziehen. Für die Anbaufläche, das Know-How, sowie ein paar
Startmaterialien zahlen die Mikrofarmer einen kleinen Betrag an das
Projekt. Ich glaube es waren 100,- R (- ca. 9 €) im Monat. Also
wirklich wenig. Der Rest der Kosten für dieses Material usw. wird
durch Spenden finaziert.
Wenn
dann Erntezeit ist wird ein gewisser Anteil des Gemüses an Abalimi
gegeben und ein gewisser Teil behalten die Mikrofarmer selbst.
Abalimi
verkauft dieses Gemüse und die Mikrofarmer bekommen einen Teil (die
Hälfte glaube ich) direkt ausgezahlt. Im Endeffekt haben also die
Mikrofarmer so viel Gemüse, dass es ihnen schon aus den Ohren quillt
und einen kleinen Nebenverdienst. Und das alles für nicht allzu viel
Arbeit, weil man die Intensität des eigenen Anbauens total selbst
regulieren kann, je nachdem wie viel man eben verdienen möchte. So
reichen schon ca. 3 Stunden am Tag locker aus, um den eigenen
Nahrungsbedarf zu decken.
Und
jetzt die Frage: warum gibt es dann in diesem Land so viele
Arbeitslose, die zu Hause sitzen und sagen „gib mir einen Job!“,
während ihnen der Magen knurrt?
Laut
unserem Vortrag deshalb, weil Abalimi eben noch nicht sehr weit
verbreitet ist.
Natürlich
muss man solche Systeme immer auch skeptisch betrachten, doch aus
meinem jetzigen Verständnis kann ich keinen Haken finden und bin
einfach nur begeistert.
Und
das Beste kommt erst noch. Auf unserer Farm wird ganz unabhängig von
Abalimi auch Farming statt finden. Laut Plan gibt es eine riesige
Fläche für Felder, auf der Gemüse wachsen und gedeihen darf.
Darüber hinaus sollen auch die Waisenhäuser, deren Planung nun in
die heiße Phase geht jeweils einen Selbstversorgungsgarten haben.
Spitzenklasse.
Und
ich darf dabei sein, wenn diese ganze Sache ihren Anfang nimmt.
Morgen werden erst mal ein paar richtig tiefe Löcher gebuddelt. Um
die Bodenqualität festzustellen. Und dann mal sehen, vielleicht darf
ich derjenige sein, der hier schon Bodenverbessererpflanzen säen
wird um dem Strandsand, den wir hier überall haben ein wenig Leben
einzuhauchen. Ich bin schon ganz kribbelig und will am liebsten genau
jetzt mit Planen anfangen!
Aber
jetzt geht’s erst mal in die Kiste, damit ich morgen fitt bin.
Bis
bald und
alle
liebe aus Vulamasango,
Adrian
P.S.:
Hier noch zwei Links zum beschrieben Projekt
→
http://vimeo.com/17593878
→
http://vimeo.com/19360310
P.P.S.: Da heute schon morgen ist hier ein Foto von Andreas und mir im Loch:
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