Donnerstag, 7. März 2013

Ein Tag mit Hühnern und Dieben

Hallihallo an alle DeutschländerInnen, UnterstützerInnen, InteressierteRinnen, VerwandtInnen und alle anderInnen.

Kaum bin ich zurück von meinem Zwischenseminar – auf dem wir unter anderem viele politisch korrekte Texte lesen mussten - und schon geht der harte Arbeitsalltag wieder los.

...

Mit Surfen.

Wie immer klingelt also ein Wecker um 06:00 Uhr. Und wie immer höre ich ihn nicht sondern nur Lailas schläfrige und leicht genervte Stimme: „Adriaaan... Weckeeer...“
Doch etwas ist anders. Kein hirnzertrümmerndes Piepsstakkato ist zu hören und so bin ich etwas verwirrt. Bis es mir wieder einfällt: Gestern habe ich meinen wunderschönen Meeresrauschen Handywecker eingeschaltet, der von Minute zu Minute mit begleitender Meditationsmusik immer nur einen kleinen Tick lauter wird. Und so laufe, ja schlurfe ich heute morgen ganz gemütlich meinem Ohr nach und lasse mir sogar noch ein zwei Momente Zeit um das Rauschen zu genießen, bevor ich mein Alarmsystem deaktiviere.
Dann bewaffne ich micht mit Surfbrett, einer Tasse Tee und Omis Wollsocken und ab geht die Post nach Muizenberg, wo wunderschöne Wellen auf mich warten.
Als ich ankomme sind erst zwei andere Surfer im Wasser und es ist wie immer wunderschön den Sonnenaufgang vom Wasser aus anzuschauen. Und je höher die Sonne steigt, desto größer werden auch die Wasserberge. Einer nach dem anderen kommt angerauscht und inzwischen kann ich auch schon einige stehen. Oha und das macht Spaß.
Doch nach anderthalb Stunden wird dann leider die Haiwatchflagge gehisst. Das bedeutet für mich es ist acht und ich muss nach Hause.
Und diese Heimfahrt genieße ich immer total: Es läuft Jack Johnson, rechts verläuft der Strand und die Welt ist gut.
Wieder zurück in Vulamasango erwartet mich dann eine Überaschung. Stimmt gar nicht, sogar zwei! Und weil das Negative immer zuerst kommt:
Es wurde eingebrochen. Mr. John hat ein Loch entdeckt, das unseren Gefängniszaun regelrecht untergräbt und zu dem Schleifspuren führen, die wohl von dem Metall stammen, das es jetzt nicht mehr gibt. Im endeffekt ist es nicht schlimm, auch wir hätten das Metallgerüst (stammte noch vom Holzwerkstattsgebäude) nur verkauft, aber das können wir jetzt wohl nicht mehr. Trotzdem wird Mr. John richtig wütend. Er beschimpft die Einbrecher und sagt er würde heute die ganze Nacht Wache stehen um die Langfinger am Schlafittchen zu packen. Denn es sieht so aus als wollten sie zurück kommen: in direkter Nähe des Loches liegt noch ein Metallbalken wie zum Abholen bereit.
Ich bin gespannt, ob der ehemalige Militär Storeman die Diebe heute Nacht erwischt, aber hoffe auch, dass die Begegnung glimpflich verläuft. Obwohl es nicht so aussieht, denn Mr. John scheint durchaus zu Gewalt bereit. Das Beste für alle Beteiligten wäre, wenn sich die Einbrecher einfach fern halten würden. Naja, spätestens morgen früh weiß ich mehr.
Und dann kommt die zweite Überaschung: ich bekommen drei kleine Küken von Cecilia (Mr. Johns Frau) geschenkt! Richtig hässliche kleine Fratze, die ich erst mal in einem Aquarium – ohne Wasser - zu unserem Hasen in den Stall setze. Bin schon ganz gespannt darauf sie aufwachsen zu sehen.
Und a propos Tierbabys: Auch die Huskyjungen gehe ich gleich im Anschluss mal wieder besuchen. Oh mein Gott sind die süß. Im letzten Monat haben sie sich ganz schön gemausert und inzwischen haben sie auch größere Ähnlichkeit mit Hunden, als mit Riesenwürmern. Zwei von ihnen würde ich sooo gerne unter meine Fittiche nehmen: Einen der schon jetzt richtig kräftig ist, der Größte des Wurfs. Und ein anderer, der eine wunderschöne Fellzeichnung hat. Aber das sind leider nur Träumereien. Was sollte ich denn mit ihnen machen, wenn ich zurück ins Deutsche Land komme?
Zur Zeit gehen meine Pläne ja stark in Richtung Indien um dort Yoga zu machen und in diese Pläne passt ein Hund leider genauso wenig rein wie ein Fernseher in einen Kindergarten..


Jetzt aber genug der Tiere, denn die Pflanzen nehmen in meinem Alltag ja eine eigentlich größere Rolle ein! Genauer gesagt das Gemüse. Und auf diesem Gebiet kann ich heute zum ersten mal meine neu erlernteres Gardeningwissen aus dem Kurs letzte Woche anwenden!

Und zwar: Das Trenchbed. Das ist eine Technik, bei der man sein Beet, wie groß auch immer es sei, 60 cm tief aushebt. Anschließend füllt man es mit Schichten aus Kompost, noch grünen Pflanzen (z.B. Grasschnitt), trockenen Pflanzen und der ausgebuddelten Erde wieder auf. Jede Schicht wird einzeln gewässert und am Ende hat man ein Schichtsystem, dass sich auf Dauer wie ein Kompost zersetzt, düngt und wie ein Schwamm wirkt.Kurz: Eine SUPERSACHE. Aber auch eine Heidenarbeit. Das Gute ist, dass man nach getaner Arbeit für zwei Jahre ausgesorgt hat, was Düngen angeht. Natürlich kann man noch aber nötig ist es nicht. Und auch Wasser kann man einiges sparen. Dafür lohnen sich die drei Stunden Arbeitszeit pro anderthalb m² doch, oder? Also ich finde schon.

Als ich damit fertig bin sind schon die After-School-Care-Kids da und wir gehen gemeinsam zum Trampolin um hier den Nachmittag zu verbringen. Es ist schön von den Kindern nach meiner Abwesenheit so herzlich empfangen zu werden und es ist schön endlich mal wieder mit ihnen draußen zu sein.Gemeinsam lassen wir den Tag im Licht der tief stehenden Abendsonne ausklingen.
Und auch wenn ich jetzt total K.O. bin freue ich mich schon total auf morgen. Denn in Muizenberg soll es Wellen geben wie noch NIE zuvor. Neun Sterne auf internationalen Ranking. Das gibt’s an den Topsurfspots der Welt wie z.B. in Hawaii..
Manchmal!!!
Und davon wird’s natürlich auch mal Fotos geben.



ganz liebes von unten wünscht

der hundemüde Adrian




P.S.: Bei unserem Gardeningkurs durfte ich gleich mal ein Interview geben. Sobald ich den Artikel bekomme hänge ich ihn an!
Und Bilder dazu gibt’s auch richtig bald.


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