Hallihallo an alle
DeutschländerInnen, UnterstützerInnen, InteressierteRinnen,
VerwandtInnen und alle anderInnen.
Kaum bin ich zurück
von meinem Zwischenseminar – auf dem wir unter anderem viele
politisch korrekte Texte lesen mussten - und schon geht der harte
Arbeitsalltag wieder los.
...
Mit Surfen.
Wie immer klingelt
also ein Wecker um 06:00 Uhr. Und wie immer höre ich ihn nicht
sondern nur Lailas schläfrige und leicht genervte Stimme:
„Adriaaan... Weckeeer...“
Doch etwas ist
anders. Kein hirnzertrümmerndes Piepsstakkato ist zu hören und so
bin ich etwas verwirrt. Bis es mir wieder einfällt: Gestern habe ich
meinen wunderschönen Meeresrauschen Handywecker eingeschaltet, der
von Minute zu Minute mit begleitender Meditationsmusik immer nur
einen kleinen Tick lauter wird. Und so laufe, ja schlurfe ich heute
morgen ganz gemütlich meinem Ohr nach und lasse mir sogar noch ein
zwei Momente Zeit um das Rauschen zu genießen, bevor ich mein
Alarmsystem deaktiviere.
Dann bewaffne ich
micht mit Surfbrett, einer Tasse Tee und Omis Wollsocken und ab geht
die Post nach Muizenberg, wo wunderschöne Wellen auf mich warten.
Als ich ankomme sind
erst zwei andere Surfer im Wasser und es ist wie immer wunderschön
den Sonnenaufgang vom Wasser aus anzuschauen. Und je höher die Sonne
steigt, desto größer werden auch die Wasserberge. Einer nach dem
anderen kommt angerauscht und inzwischen kann ich auch schon einige
stehen. Oha und das macht Spaß.
Doch nach anderthalb
Stunden wird dann leider die Haiwatchflagge gehisst. Das bedeutet für
mich es ist acht und ich muss nach Hause.
Und diese Heimfahrt
genieße ich immer total: Es läuft Jack Johnson, rechts verläuft
der Strand und die Welt ist gut.
Wieder zurück in
Vulamasango erwartet mich dann eine Überaschung. Stimmt gar nicht,
sogar zwei! Und weil das Negative immer zuerst kommt:
Es wurde
eingebrochen. Mr. John hat ein Loch entdeckt, das unseren
Gefängniszaun regelrecht untergräbt und zu dem Schleifspuren
führen, die wohl von dem Metall stammen, das es jetzt nicht mehr
gibt. Im endeffekt ist es nicht schlimm, auch wir hätten das
Metallgerüst (stammte noch vom Holzwerkstattsgebäude) nur verkauft,
aber das können wir jetzt wohl nicht mehr. Trotzdem wird Mr. John
richtig wütend. Er beschimpft die Einbrecher und sagt er würde
heute die ganze Nacht Wache stehen um die Langfinger am Schlafittchen
zu packen. Denn es sieht so aus als wollten sie zurück kommen: in
direkter Nähe des Loches liegt noch ein Metallbalken wie zum Abholen
bereit.
Ich bin gespannt, ob
der ehemalige Militär Storeman die Diebe heute Nacht erwischt, aber
hoffe auch, dass die Begegnung glimpflich verläuft. Obwohl es nicht
so aussieht, denn Mr. John scheint durchaus zu Gewalt bereit. Das
Beste für alle Beteiligten wäre, wenn sich die Einbrecher einfach
fern halten würden. Naja, spätestens morgen früh weiß ich mehr.
Und dann kommt die
zweite Überaschung: ich bekommen drei kleine Küken von Cecilia (Mr.
Johns Frau) geschenkt! Richtig hässliche kleine Fratze, die ich erst
mal in einem Aquarium – ohne Wasser - zu unserem Hasen in den
Stall setze. Bin schon ganz gespannt darauf sie aufwachsen zu sehen.
Und a propos
Tierbabys: Auch die Huskyjungen gehe ich gleich im Anschluss mal
wieder besuchen. Oh mein Gott sind die süß. Im letzten Monat haben
sie sich ganz schön gemausert und inzwischen haben sie auch größere
Ähnlichkeit mit Hunden, als mit Riesenwürmern. Zwei von ihnen würde
ich sooo gerne unter meine Fittiche nehmen: Einen der schon jetzt
richtig kräftig ist, der Größte des Wurfs. Und ein anderer, der
eine wunderschöne Fellzeichnung hat. Aber das sind leider nur
Träumereien. Was sollte ich denn mit ihnen machen, wenn ich zurück
ins Deutsche Land komme?
Zur Zeit gehen meine
Pläne ja stark in Richtung Indien um dort Yoga zu machen und in
diese Pläne passt ein Hund leider genauso wenig rein wie ein
Fernseher in einen Kindergarten..
Jetzt aber genug der
Tiere, denn die Pflanzen nehmen in meinem Alltag ja eine eigentlich
größere Rolle ein! Genauer gesagt das Gemüse. Und auf diesem
Gebiet kann ich heute zum ersten mal meine neu erlernteres
Gardeningwissen aus dem Kurs letzte Woche anwenden!
Und zwar: Das
Trenchbed. Das ist eine Technik, bei der man sein Beet, wie groß
auch immer es sei, 60 cm tief aushebt. Anschließend füllt man es
mit Schichten aus Kompost, noch grünen Pflanzen (z.B. Grasschnitt),
trockenen Pflanzen und der ausgebuddelten Erde wieder auf. Jede
Schicht wird einzeln gewässert und am Ende hat man ein
Schichtsystem, dass sich auf Dauer wie ein Kompost zersetzt, düngt
und wie ein Schwamm wirkt.Kurz: Eine SUPERSACHE. Aber auch eine
Heidenarbeit. Das Gute ist, dass man nach getaner Arbeit für zwei
Jahre ausgesorgt hat, was Düngen angeht. Natürlich kann man noch
aber nötig ist es nicht. Und auch Wasser kann man einiges sparen.
Dafür lohnen sich die drei Stunden Arbeitszeit pro anderthalb m²
doch, oder? Also ich finde schon.
Als ich damit fertig
bin sind schon die After-School-Care-Kids da und wir gehen gemeinsam
zum Trampolin um hier den Nachmittag zu verbringen. Es ist schön von
den Kindern nach meiner Abwesenheit so herzlich empfangen zu werden
und es ist schön endlich mal wieder mit ihnen draußen zu
sein.Gemeinsam lassen wir den Tag im Licht der tief stehenden
Abendsonne ausklingen.
Und auch wenn ich
jetzt total K.O. bin freue ich mich schon total auf morgen. Denn in
Muizenberg soll es Wellen geben wie noch NIE zuvor. Neun Sterne auf
internationalen Ranking. Das gibt’s an den Topsurfspots der Welt
wie z.B. in Hawaii..
Manchmal!!!
Und davon wird’s
natürlich auch mal Fotos geben.
ganz liebes von
unten wünscht
der hundemüde
Adrian
P.S.: Bei unserem
Gardeningkurs durfte ich gleich mal ein Interview geben. Sobald ich
den Artikel bekomme hänge ich ihn an!
Und Bilder dazu
gibt’s auch richtig bald.
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