Dienstag, 19. Februar 2013

Wellenberge

Time flies in South Africa. Aber wie. Mein Gefühl sagt mir, dass seit dem Urlaub erst zwei Wochen vergangen sind, aber in Wirklichkeit sind es schon fast anderthalb Monate. Alles rast mit so einer Geschwindigkeit an mir vorbei, dass ich einfach nur versuche so viel wie möglich mitzubekommen und aufzusaugen.
Zur gleichen Zeit wird aber auch alles irgendwie immer normaler. Was ich gut finde, denn dadurch konzentriert man sich mal wieder verstärkt auf normale Dinge wie z.B. Sport. Der nimmt inzwischen schon fast wieder einen so großen Stellenwert ein, wie auch in Deutschland. Mit der Suche nach einem Kampfsportverrein bin ich zwar immer noch nicht wesentlich weiter gekommen aber DAFÜR habe ich am Wochenende ein wunderschönes, tolles, klasse supergeiles Surfboard gekauft! UND jetzt kann ich ins Wasser wann immer ich will!
Was ich heute morgen natürlich auch gleich mal ausgenutzt habe.

Um sechs Uhr klingelt also mein Wecker. Was mir ausnahmsweise nichts ausmacht. Endlich ist es so weit. Schon seit zwei Tagen möchte ich wieder in die Fluten. Also ziehe ich mich warm an, mache mir einen Tee und wecke meine Mitbewohner plus Anhängsel auf. Auch die scheinen sich trotz der frühen Uhrzeit zu freuen und so sitzen wir um halb sieben im Auto und fahren in Richtung Muizenberg. Das Wetter ist noch diesig, aber die ersten Sonnenstrahlen schauen schon aus dem Himmelsgrau. Und als links neben unserer Straße endlich das Meer auftaucht muss ich jubeln: Leichter Off-Shore Wind und ganz ansehnliche Wellen! Perfekt.
Im Hintergrund läuft Shadow Club, eine Rockband, die ich im Urlaub live gesehen habe. Hinter mir turteln Mvu und Laila und Ann-Christin und ich singen mit der CD. Ich fühle mich frei.

Muizenberg bei unsrer Ankunft


Als wir ankommen mache ich erst mal Yoga und dann geht’s ab in die Wellen! Es ist angenehm kühl und ich paddle erst mal eine ganze Weile durchs Weißwasser, bis ich den ganzen Schaum hinter mir gelassen habe und weiter draußen eine Verschnaufpause einlegen kann.
Ich setze mich auf mein Brett. Atme tief durch. Warte ich erst mal eine Weile ab.
Die Wellen kommen und gehen, aber keine scheint die richtige Größe zu haben. Sie brechen alle weiter in Richtung Strand. Also warte ich auf größere Wasserberge.
Und da kommt auch schon einer!
Ich paddle..
Und..
und..
Stürze erst mal kopfüber in den Strudel.
Werde herum gewirbelt, bis mich das Wasser wieder frei lässt und ich etwas außer Atem durch die Wasseroberfläche breche.
Aber vielleicht war diese Abkühlung genau das Richtige, denn endlich bemerke ich, was mein Fehler ist: ich bin einfach zu weit draußen. Zwar treiben sogar noch 30 m weiter andere Wellenreiter, aber die sind wohl einfach Profis. Also paddle ich wieder ein Stück in Richtung Land. Und jetzt kommt die Sonne endlich hinter ihrem Wolkenversteck hervor.
Genauso auch bei mir: Auf einmal klappts! Hinter mir erscheint eine Welle und sie scheint genau richtig zu brechen. Aber Puh! Sie ist ganz schön groß! Vor Aufregung, wie auch ein bisschen Angst paddle ich, was das Zeug hält!
Und..
und..
Diesmal klappts!
Ich rausche den Wasserabhang hinunter.
Stemme mich aufs Knie.
Dann auf die Beine
Und stehe!
Glück durchströmt mich.
Drei Sekunden, Vier Sekunden. Dann springe ich ab. Die gesamte Strecke, die ich fahre muss ich ja schließlich auch wieder zurück auf Meer paddeln!
Was für ein Gefühl.
Von da an scheint alles anders und auf einmal erscheint es viel einfacher. Ich paddle nach draußen und keine fünf Minuten und noch ein Wellenberg bäumt sich groß und schön vor mir auf. Und wieder surfe ich ihn hinunter. So geht es noch einige Male, bis ich bemerke, dass es leider schon acht ist und ich zurück ans Ufer muss, wo ich mich wieder mit meinen Gefährten treffe.

Mensch. Was für ein Morgen. Mal sehen, vielleicht mache ich das jetzt jeden zweiten Tag. Der Plan steht auf jeden Fall!
Ich meine, wann in meinem Leben werde ich mal wieder die Möglichkeit haben jeden Morgen surfen zu gehen? Eben.
Aber wie dem auch sei, ich freue mich erst mal auf Übermorgen und in noch näherer Zukunft auf mein Bett. Oh ja. Aber wie. Denn morgen rennt die Zeit wieder. Und dafür muss ich fitt sein.


Viele liebe Grüße aus der Ferne,


Adrian

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