Time flies in South
Africa. Aber wie. Mein Gefühl sagt mir, dass seit dem Urlaub erst
zwei Wochen vergangen sind, aber in Wirklichkeit sind es schon fast
anderthalb Monate. Alles rast mit so einer Geschwindigkeit an mir
vorbei, dass ich einfach nur versuche so viel wie möglich
mitzubekommen und aufzusaugen.
Zur gleichen Zeit
wird aber auch alles irgendwie immer normaler. Was ich gut finde,
denn dadurch konzentriert man sich mal wieder verstärkt auf normale
Dinge wie z.B. Sport. Der nimmt inzwischen schon fast wieder einen so
großen Stellenwert ein, wie auch in Deutschland. Mit der Suche nach
einem Kampfsportverrein bin ich zwar immer noch nicht wesentlich
weiter gekommen aber DAFÜR habe ich am Wochenende ein wunderschönes,
tolles, klasse supergeiles Surfboard gekauft! UND jetzt kann ich ins
Wasser wann immer ich will!
Was ich heute morgen
natürlich auch gleich mal ausgenutzt habe.
Um sechs Uhr
klingelt also mein Wecker. Was mir ausnahmsweise nichts ausmacht.
Endlich ist es so weit. Schon seit zwei Tagen möchte ich wieder in
die Fluten. Also ziehe ich mich warm an, mache mir einen Tee und
wecke meine Mitbewohner plus Anhängsel auf. Auch die scheinen sich
trotz der frühen Uhrzeit zu freuen und so sitzen wir um halb sieben
im Auto und fahren in Richtung Muizenberg. Das Wetter ist noch
diesig, aber die ersten Sonnenstrahlen schauen schon aus dem
Himmelsgrau. Und als links neben unserer Straße endlich das Meer
auftaucht muss ich jubeln: Leichter Off-Shore Wind und ganz
ansehnliche Wellen! Perfekt.
Im Hintergrund läuft
Shadow Club, eine Rockband, die ich im Urlaub live gesehen habe.
Hinter mir turteln Mvu und Laila und Ann-Christin und ich singen mit
der CD. Ich fühle mich frei.
| Muizenberg bei unsrer Ankunft |
Als wir ankommen
mache ich erst mal Yoga und dann geht’s ab in die Wellen! Es ist
angenehm kühl und ich paddle erst mal eine ganze Weile durchs
Weißwasser, bis ich den ganzen Schaum hinter mir gelassen habe und
weiter draußen eine Verschnaufpause einlegen kann.
Ich setze mich auf
mein Brett. Atme tief durch. Warte ich erst mal eine Weile ab.
Die Wellen kommen
und gehen, aber keine scheint die richtige Größe zu haben. Sie
brechen alle weiter in Richtung Strand. Also warte ich auf größere
Wasserberge.
Und da kommt auch
schon einer!
Ich paddle..
Und..
und..
Stürze erst mal
kopfüber in den Strudel.
Werde herum
gewirbelt, bis mich das Wasser wieder frei lässt und ich etwas außer
Atem durch die Wasseroberfläche breche.
Aber vielleicht war
diese Abkühlung genau das Richtige, denn endlich bemerke ich, was
mein Fehler ist: ich bin einfach zu weit draußen. Zwar treiben sogar
noch 30 m weiter andere Wellenreiter, aber die sind wohl einfach
Profis. Also paddle ich wieder ein Stück in Richtung Land. Und jetzt
kommt die Sonne endlich hinter ihrem Wolkenversteck hervor.
Genauso auch bei
mir: Auf einmal klappts! Hinter mir erscheint eine Welle und sie
scheint genau richtig zu brechen. Aber Puh! Sie ist ganz schön groß!
Vor Aufregung, wie auch ein bisschen Angst paddle ich, was das Zeug
hält!
Und..
und..
Diesmal klappts!
Ich rausche den
Wasserabhang hinunter.
Stemme mich aufs
Knie.
Dann auf die Beine
Und stehe!
Glück durchströmt
mich.
Drei Sekunden, Vier
Sekunden. Dann springe ich ab. Die gesamte Strecke, die ich fahre
muss ich ja schließlich auch wieder zurück auf Meer paddeln!
Was für ein Gefühl.
Von da an scheint
alles anders und auf einmal erscheint es viel einfacher. Ich paddle
nach draußen und keine fünf Minuten und noch ein Wellenberg bäumt
sich groß und schön vor mir auf. Und wieder surfe ich ihn hinunter.
So geht es noch einige Male, bis ich bemerke, dass es leider schon
acht ist und ich zurück ans Ufer muss, wo ich mich wieder mit meinen
Gefährten treffe.
Mensch. Was für ein
Morgen. Mal sehen, vielleicht mache ich das jetzt jeden zweiten Tag.
Der Plan steht auf jeden Fall!
Ich meine, wann in
meinem Leben werde ich mal wieder die Möglichkeit haben jeden Morgen
surfen zu gehen? Eben.
Aber wie dem auch
sei, ich freue mich erst mal auf Übermorgen und in noch näherer
Zukunft auf mein Bett. Oh ja. Aber wie. Denn morgen rennt die Zeit
wieder. Und dafür muss ich fitt sein.
Viele liebe Grüße
aus der Ferne,
Adrian
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