So
jetzt gibt’s endlich mal wieder Neuigkeiten.
Und
zwar mit viel info über meinen Stolz. Meinen Garten!
Erst
mal will ich Euch etwas über meine ersten zwei Wochen Arbeit seit
dem Urlaub erzählen.
Als
wir am zehnten Januar also nach drei Wochen Reisen zurück nach
Kapstadt kommen bin ich richtig entspannt meine Arbeitsmotivation
entpsrechend niedrig. Viel zu schön waren die Wandertouren,
Wasserfälle, Strände und Abende in entspannten Backpackers mit den
vielen neuen Bekanntschaften und meinen luschtigen Kameraden.
Nur
auf eins habe ich mich richtig gefreut: Meinen Garten! Wie hoch ist
das Unkraut wohl in meiner Abwesenheit gewachsen? Was ist gestorben
und was gewachsen? Hat alles auch die ganze Zeit genügend Wasser
bekommen?
Ich
komme zu Hause an und sehe von dem was ich angepflanzt habe einfach
kein einziges Blatt mehr. Alles ist mit anderthalb meter hohem
Unkraut zugewuchert. Ein gutes Zeichen: die Wasserfrage wäre also
geklärt.
Am
nächsten Morgen mache ich mich dann so früh es mir möglich ist an
die Arbeit und fange an auszusortieren, was ich in meinen Garten
haben möchte und was nicht. Und am darauf folgenden Tag mache ich
das gleiche. Genauso wie am darauf folgenden Tag. Nach zwei ein halb
Tagen Unkraut rupfen habe ich es dann geschafft mein Gemüse aus
seine grünen Hülle zu schälen und ich stehe vor einer Menge reifen
Möhren, großen Erbsen, und Mangoldbüschen. Das Highlight sind aber
die RIESIGEN Büsche Kürbis und Zucchini, wobei letzteres schon ca.
drei-kilo-Früchte trägt. Mensch bin ich da stolz. Die erste
Zucchini ernte und esse ich noch am gleichen Tag.
Und
weil ich so viel davon habe schenke ich natürlich auch Mr. John,
Bongi und Lusande welche und habe immernoch genügend um auch unsere
Küche in Vulamasango zu versorgen. Ein echtes Erfolgserlebnis.
Genauso,
wie der Fakt, dass Mama Zukiswa mein Gemüse auch annimmt. Sie
probiert damit inzwische auch neue Rezepte aus und vielleicht lässt
sich auf lange Sicht ein bisschen etwas an unserer Vulamasango-küche
verändern. Nicht weil es schlecht schmeckt, aber weil eben doch sehr
viel Aromat (=Glutamat), Fett und Zucker verwendet wird.
Interessant
dazu: Letztens habe ich erfahren, dass Aromat in manchen Europäischen
Ländern sogar verboten ist. Daran sieht man ja wie ungesund es ist.
Nebenbei:
Diese Woche habe ich mit Mekedi auch eine Zucchini gekocht und mit
einer Hackfleisch-masse gefüllt. Natürlich habe ich auch Mama Zuki
etwas davon ürbig gelasssen und sie war richtig begeistert. Seit dem
nimmt sie meine Meinung in Küchendingen wesentlich ernster. Auch
unseren Nachbarn, Abongile, Zintle und Thuso hat's gut geschmeckt.
Also die Hackfleischfüllung. Die Zucchini wurden natürlich fein
säuberlich aussortiert.
Zurück
zum Garten. Nach dem ersten Säubern widme ich mich dann den Tomaten.
Aus Samen wurden Sätzlinge und aus Sätzlingen stattliche Pflanzen.
Groß genug um sie nun in die „freie Wildbahn“ zu entlassen und
so baue ich erstmal mehrere Konstruktionen um die Kleinen zumindest
vor der stärksten Mittagssonne zu schützen.
Dann
pflanze ich die Babys um, achte aber darauf, dass ihre Wurzeln nicht
lange im Freien sind, dass sie schnell in den Schatten kommen und
sofort einen Stecken mit Befestigung haben, damit sie nicht ins
Gieswasser hängen und zugeschlemmt werden. Auch ein bisschen
kompostierten Hühnermisst gibt’s als Starthilfe. Mann stinkt
dieses Zeug! Aber egal, es scheint zu wirken. Bei manchen der
Pflanzen lasse ich den Dünger aber weg, ein kleiner Versuch.
Das
nächste Projekt sind dann die guten alten Bohnen. Noch von Angelika
und Andreas liegen hier große Päckchen trockener Verzehrbohnen
herum. Auf denen steht aber natürlich nicht, ob das Busch oder
Stangenbohnen sind. Und weil die Pflanzanordnung sich bei den beiden
Typen unterscheidet führe ich gerade eine Keimprobe durch.
Alle
Bohnensorten, die ich habe werden in in Töpfchen gesät und dann
wird geschaut, zu was sie sich entwickeln. Töpfchen beschriften ist
dabei natürlich sinnvoll. Und inzwischen kann ich auch schon die
ersten Köpfchen sehen und zwar wesentlich früher als erwartet: nach
vier Tagen! Also lange dauerts nicht mehr, bis ich das große Beet,
dass bisher noch frei ist in ein Bohnenfeld verwandeln kann. Auch
diese Idee stammt noch vom „Biodynamischen Ehepaar“. Das Prinzip
dahinter ist, den Sandboden den's hier überall gibt zu verbessern,
weil Bohnen ja Leguminosen sind. Also Pflanzen die eine
„Partnerschafft“ mit stickstofferzeugenden Bakterien in kleinen
Knöllchen an ihren Wurzeln eingehen. Kurz: sie verbessern den Boden.
Aber das ist nur ein Grund. In unserer Küche wird außerdem jede
Woche Umqushu gekocht, das eigentlich nur aus Bohnen besteht. Also
gleich zweierlei Nutzen.
Wie
dem auch sei, auf jeden Fall komme ich während der ganzen Zeit in
der ich draußen an der frischen Luft und der Sonne arbeite wieder
mehr im Projekt an und freue mich sogar schon wieder richtig auf die
nächsten Arbeitstage.Selbstbestimmtes Arbeiten an der frischen Luft.
Was kann man sich mehr wünschen?
Darüber
hinaus fühle ich mich auf der Farm auch immer wohler, weil sich das
Verhältnis von mir und Zintle, Abongile und Ongesiwe grade total
entwickelt. Letzte Woche habe ich sogar einmal bei ihnen in der Hütte
zu abend gegessen und konnte sehen, wie sie denn so ihren
Familienalltag gestalten.
Echt
schön dort.
Richtig
witzig und entspannt.
In
Zukunft möchte ich mich öfter zu ihnen einladen, damit wir mehr
Zeit zusammen verbringen.
Zu
dieser Nachbarschafts-verhältnis-verbesserungs-agenda gehört auch,
dass wir Mekedi jetzt öfter einfach zum Feiern mit nehmen, ab und zu
einen Film zusammen schauen oder eben gemeinsamkochen. Und das macht
die Farm für mich als Zuhause wirklich spürbar angenehmer.
An
dieser Stelle möchte ich noch urz erzählen, was frü Unterschiede
ich zwischen Deutschen und Südafrikanern spüre.
Nicht
nur dass hier fast nur Hühnchen als Fleisch gegessen wird sondern
(genauso signifikant ;) , dass die Menschen viel emotionaler sind.
Auf der einen Seite wird man z.B. richtig zur Sau gemacht, wenn man
etwas falsch macht. Auf der anderen Seite lacht man viel mehr (und
lauter!) miteinander. Ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass
Südafrikaner einfach wesentich mehr Humor haben als z.B. Deutsche.
Tschuldigung.
Aber
das gefällt mir schon richtig gut.
Gerade
auch mit unseren beiden älteren Mädels Mama Zukiswa und Mama
Nontsindiso lache ich mich teilweise sooo kaputt, wenn wir unsre
Mittagpause gemeinsam schwatzend in der Küche verbringen. Ein
wunderschönes Klima.
Darüber
hinaus läufts aber auch mit den After-School-Care-Kids immer besser.
Wenn sie Freizeit haben gehe ich in letzter Zeit immer mit ihnen
raus, springe mit ihnen Trampolin, jongliere oder rangle mit ihnen
herum. Und das macht nicht nur ihnen Spaß sondern ist auch für mich
nach einem harten Gartenarbeitstag genau das Richtige.
So und
jetzt gibt’s erschtemole was leckeres zwische'd Kauleischde.
Macht's
gut und bis bald,
der
Adrian
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